1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Letzte-Hilfe-Kursus soll Sterbebegleiter fit machen

Hospizbewegung Dormagen : „Letzte-Hilfe-Kursus“ für die Begleitung Sterbender

Der „Erste-Hilfe-Kursus“ soll nach Unfällen Leben retten helfen. Die Hospizbewegung Dormagen bietet einen „Letzte-Hilfe-Kursus“ an, um fit für die Begleitung Sterbender zu machen.

Menschen, die sterbende Angehörige oder Freunde begleiten, wissen oft nicht, wie sie sich „richtig verhalten“ sollen, was nötig ist und hilft. Diese Unsicherheiten im Umgang mit Sterbenden und Trauernden möchte die Hospizbewegung Dormagen aus dem Weg räumen. Daher bietet sie einen „Letzte-Hilfe-Kursus“ an, der Informationen rund um die Themen Sterben, Palliativversorgung und Tod bietet. „Das Sterben gehört zum Leben, daher wollen wir dazu anregen, sich frühzeitig mit dem Sterben auseinanderzusetzen, Vorsorge zu treffen, um in der akuten Phase nicht überfordert zu sein“, erläutert Ute Wolter, Vorsitzende der Hospizbewegung.

Der „Letzte-Hilfe-Kursus“ im Juni war mit 14 Teilnehmern voll belegt. Die beiden Koordinatorinnen der Hospizbewegung Dormagen, Annemarie Hein und Andrea Pyttlik, haben den Absolventen des kostenlosen Kurses Basiswissen, Orientierungen sowie einfache Handgriffe vermittelt. „Wir möchten helfen, die Wünsche und Bedürfnisse sterbender Menschen und ihrer Familien ernst zu nehmen, um ihre Lebensqualität zu erhalten“, weist Hein darauf hin, dass Sterbebegleitung keine Wissenschaft für Experten ist. „Wir möchten Sie ermutigen, nahestehende Menschen am Lebensende zu begleiten und an ihrer Seite zu bleiben“, hofft Ute Wolter, dass der „Letzte-Hilfe-Kursus“ mit dazu beiträgt, ihnen Sicherheit zu geben, damit die Angehörigen lernen, „einfacher“ mit dem Sterben ihrer Liebsten umzugehen. Das nächste Mal wird er am Samstag, 17. November, von 10 bis 14 Uhr im Büro der Hospizbewegung an der Krefelder Straße 23 angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Im „Letzte-Hilfe-Kursus“ wird unter anderem auch erläutert, wie wichtig eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sind – und dass diese Festlegungen möglichst frühzeitig geschehen sollten: „Alles, was schon geregelt und erledigt ist, entlastet in der schlimmen Phase des Abschiednehmens“, so Hein. Es wird auch konkrete Hilfe am Krankenbett vermittelt: „Wir zeigen auf, wie körperliche, psychische, soziale und existenzielle Nöte zu lindern sind“, erläutert Annemarie Hein. Wichtig seien Anwesenheit, Zuwendung, aber auch physikalische Maßnahmen und Medikamente sind Thema. „Abschied nehmen vom Leben kann mit Ritualen geschehen, die die Angehörigen wie die Sterbenden stabilisieren“, so Hein.

Dazu gibt es Informationen über die Angebote der Stadt Dormagen, des Kreiskrankenhauses, der Pflegeeinrichtungen und -dienste sowie der stationären Hospize – und über die Beratung und Begleitung der Hospizbewegung. Viele Angehörige wissen gar nicht, welche Unterstützung sie erhalten können, hat Annemarie Hein beobachtet: „Da können wir oft durch den Hinweis auf andere Stellen helfen.“

Und auch selbst mit den Ehrenamtlichen für Entlastung der Angehörigen sorgen: „Wir begleiten schwerkranke und sterbende Menschen mit dem Ziel, ein würdiges Leben bis zum Schluss im häuslichen Umfeld zu ermöglichen“, betont Wolter das grundsätzliche Ziel des Vereins, der zurzeit 44 qualifizierte ehrenamtliche Sterbebegleiter hat. „Wir begleiten die Sterbenden aber nicht nur zu Hause, sondern auch im Krankenhaus oder Pflegeheim“, ergänzt Koordinatorin Annemarie Hein. Dazu gibt es weitere Angebote der Einzelberatung oder des offenen Trauer-Treffs, der einmal im Monat im Hospiz-Büro stattfindet.