Versorgungslücke in Dormagen Lebensmittelschließfächer als Lösung

Gohr/Straberg · Zentrumsfraktion will so die Versorgungslücken in Gohr und Straberg beseitigen. Sie stellt einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung.

 Michael Kirbach schlägt die Idee von Schließfächern vor.

Michael Kirbach schlägt die Idee von Schließfächern vor.

Foto: Zentrum

In den Ortsteilen Gohr und Straberg gibt es seit Jahren keinen Lebensmittel-Vollsortimenter – trotz intensiver Bemühungen durch Stadt, Politiker und Bürger vor Ort. Verschiedene Ansätze wie das DORV-Zentrum für Gohr blieben ergebnislos. Jetzt kommt die Zentrums-Fraktion mit einer Idee, von der sie glaubt, dass sie eine gute Kompensationsmöglichkeit wäre. Geschäftsführer Michael Kirbach möchte eine Lösung aus Nordeuropa überprüfen lassen: „Die Zentrumsfraktion wird die Verwaltung per Antrag damit beauftragen, die Aufstellung von Lebensmittelschließfächer in den Ortsteilen Gohr und Straberg zu prüfen.“

Das Konzept werde in Nordeuropa schon länger erfolgreich praktiziert. Man gibt per Smartphone oder telefonisch eine Bestellung auf. Sobald die Ware abholbereit im Schließfach ist, gibt es eine Nachricht. Die Ware wird dort gekühlt aufbewahrt. Das Zentrum hat sich vorab informiert. „Die Kosten sind überschaubar, denn die Aggregate gibt es als Leasingmodel und sie sind solarbetrieben“, sagt Kirbach. Laut Zentrum gebe es einen ortsansässigen Supermarktbetreiber, der sich für das Konzept interessiere. Die Zusatzkosten pro Bestellung werden laut Anbieter bei wenigen Euro liegen.

Für Ratsmitglied Thomas Freitag ist die Beteiligung und Mitsprache der Dorfbewohner wichtig: „Wir möchten, dass die Menschen aus Gohr und Straberg aktiv einbezogen werden. Daher schlagen wir vor, dass die Verwaltung zeitnah nach der Corona-Zeit eine Bürgerveranstaltung organisiert. Dort kann dann alles weitere besprochen werden, etwa über Details wie die Implementierung vor Ort und über die genaue Bedienung des Systems informiert werden.“ Dann wird es auch ein Stimmungsbild geben, ob die Bürger ein solches System akzeptieren würden. Die Zentrumsfraktion sieht in dem Konzept mit seinen überschaubaren Kosten eine Chance, mit der die Nahversorgung in den betroffenen Dörfern nach Jahren endlich verbessert werden könnte. Die Möglichkeit, seinen Einkauf rund die Uhr abholen zu können, kommt sicher verschiedenen Lebensmodellen entgegen.

Denkbar sei auch eine Ausweitung auf ganz Dormagen. „Es könnte mit dem Rhein-Kreis Neuss eine Testphase abgesprochen werden, damit die gewonnen Erkenntnisse auch anderen Dörfern aus unserer Region zu Gute kommen können“, sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Woitzik. Natürlich stünden die Schließfächer auch anderen Händlern aus Dormagen offen. In den Boxen können ebenso Schuhe, Blumen oder andere Waren hinterlegt werden. Kirbach: „Die Menschen und unsere lokale Wirtschaft würden gleichermaßen profitieren.“