Dormagen: Leben mit der Warnung

Dormagen : Leben mit der Warnung

Dormagen/Worringen Wer am Dienstag von Dormagen oder Köln nach Worringen fahren wollte, kam an der Polizei nicht vorbei. Zahlreiche Einsatzkräfte standen an den Zufahrtstraßen und hielten alle Autofahrer an. "Wenn Sie durch Worringen fahren, halten Sie bitte die Autofenster geschlossen und die Lüftung ausgeschaltet", informierten die Polizisten.

Dormagen/Worringen Wer am Dienstag von Dormagen oder Köln nach Worringen fahren wollte, kam an der Polizei nicht vorbei. Zahlreiche Einsatzkräfte standen an den Zufahrtstraßen und hielten alle Autofahrer an. "Wenn Sie durch Worringen fahren, halten Sie bitte die Autofenster geschlossen und die Lüftung ausgeschaltet", informierten die Polizisten.

Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil an drei Standorten in der Ortschaft giftige Dämpfe in der Luft gemessen worden sind. Die Bevölkerung in Worringen war indes aufgefordert, möglichst das Haus nicht zu verlassen und Fenster geschlossen zu halten. Der Betrieb von Kindergärten, Jugendeinrichtungen und sozialen Einrichtungen konnte aufrechterhalten werden, lediglich die Außenspielflächen wurden vorsorglich gesperrt.

Wer dann aber doch den Weg an de Polizei vorbei nach Worringen gefunden hat, wird gestaunt haben. Denn im Ort ging scheinbar alles seinen gewohnten Gang. Menschen gingen einkaufen, Mütter schoben ihre Kinder in Kinderwagen spazieren, Radfahrer fuhren fröhlich über die Straßen, sogar die Jogger ließen sich von den zahlreichen Polizei- und Feuerwehrautos nicht abschrecken. Dabei versuchten gerade diese, sich mit Lautsprecherdurchsagen Gehör bei der Bevölkerung zu verschaffen. Immer wieder gaben sie durch, dass noch keine Entwarnung ausgesprochen sei.

"Es sind giftige Dämpfe in der Luft, bitte bleiben Sie möglichst zu Hause", hallte es durch die alles andere als leeren Straßen. Doch die Worringer ließen sich nicht abschrecken. "Ich fühle mich jetzt nicht unwohl, weil ich draußen bin", sagte Nihat Inan. "Man merkt ja auch nichts davon. Ich glaube, das wird etwas hochgeschaukelt", erklärte der Worringer, dessen Leben am Dienstag ganz normal weiterging. Und nicht nur seins.

Ich glaube, das meiste ist schon vorbei", meinte Hildegard Diekmännke, die am Dienstag ihre Einkäufe erledigte. Und auch Anja Willner mit ihren beiden Kindern, dem fünfjährigen Nicolas und der einjährigen Amelie, ist am Dienstag nicht zu Hause geblieben. "Ich komme aus Roggendorf, weil ich Termine habe, die sich nicht verschieben lassen", sagte die Worringerin. Etwas mulmig sei ihr aber schon gewesen, als sie die Feuerwehr- und Polizeiwagen vorbeifahren sah. "Man weiß ja nicht, was wirklich hinter den Meldungen steckt und wie schlimm es in Wahrheit ist", erklärte Anja Willner. Deshalb wollte sie nach ihren Termin so schnell wie möglich zurück nach Hause. Andere waren dagegen weniger beunruhigt. "Ich habe keine Sorgen vor der Giftwolke", sagte Horst Melchisedeck, der gerade auf dem Nachhauseweg von der Arbeit war.

Nach ganztägigen Messungen mit mehr als zehn Messwagen konnte am Dienstag Abend gegen 20 Uhr Entwarnung gegeben werden. Wie das Unternehmen Ineos und die Stadt Köln mitteilten, seien die Messwerte den Tag über immer weiter auf einen unbedenklichen Wert gesunken.

(NGZ)