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Dormagen: Landgericht verhandelt Diebstähle in Supermärkten

Dormagen : Landgericht verhandelt Diebstähle in Supermärkten

Das Landgericht beschäftigt sich heute morgen mit der Berufung einer 63 Jahre alten Frau aus Düsseldorf. Die war Juni vergangenen Jahres wegen Diebstahls vom Amtsgericht Neuss zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt worden. Dagegen wehrt sich die Frau.

Die Angeklagte hatte im vergangenen Jahr gestanden, im Juni 2012 aus den Auslagen des Hit-Marktes im Gewerbegebiet Top-West Kosmetikartikel zum Preis von 42,96 Euro entwendet zu haben. Sie hatte die Waren in ihren Hosenbund gesteckt und das Geschäft durch den Kassenbereich verlassen ohne zu bezahlen. Die 63-Jährige hatte ebenfalls gestanden, zwei Wochen zuvor aus den Auslagen der Firma Rewe in Dormagen Lebensmittel in einem Gesamtwert von 104,54 Euro entwendet zu haben, indem sie die Ware in eine Einkaufstasche steckte und den Markt verließ. Bei seiner Strafzumessung berücksichtigte das Amtsgericht die Ausführungen eines psychiatrischen Sachverständigen. Der hatte in der Hauptverhandlung nicht ausschließen können, dass bei der Angeklagten eine eingeschränkte Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat vorlag. Allerdings sei auch zu sehen gewesen, dass die Angeklagte in "unübersehbarer Weise und fast immer einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten ist", so das Gericht. Aus Sicht des Amtsgerichts scheint die Frau typischerweise mit Diebstählen auf Stresssituationen zu reagieren. Bei der Tat am 5. Juni sei sie "planmäßig und überlegt" vorgegangen, sagt das Gericht, was keinesfalls auf eine impulsive affektive Handlung hindeutet. Letztlich war man der Meinung, dass lediglich eine Einschränkung der Schuldfähigkeit zugunsten der Angeklagten, die aus Düsseldorf stammt, anzunehmen ist. Weil sie unter drei Bewährungen stand, wurde keine weitere Bewährungsstrafe ausgesprochen.

(NGZ)