Dormagen: Land zeichnet Realschule aus

Dormagen : Land zeichnet Realschule aus

Die Realschule am Sportpark hat von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Auszeichnung für eine Schule erhalten, die "sich in besonderer Weise beim Abbau von Bildungshürden hervorgetan hat".

Was für eine Überraschung! Als Bettina Mazurek vor anderthalb Wochen einen Brief aus Düsseldorf öffnete, Absenderin Schulministerin Sylvia Löhrmann, fiel die Rektorin der Realschule am Sportpark aus allen Wolken: Es war die Ankündigung einer Auszeichnung für eine vorbildliche Schule. Wenige Tage später folgten Urkunde und Dankesbrief von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die von einer Schule sprach, die sich "in besonderer Weise beim Abbau von Bildungshürden hervorgetan hat". Mazurek: "Das war wie Weihnachten ohne Ankündigung".

47 Schulen sind landesweit in diesem Sinne ausgezeichnet worden, davon nur sechs Realschule und die am Max-Reger-Weg ist eine von ihnen. Dass Mazurek und ihre Stellvertreterin Dörte Puhl, die sich um die Migrationsarbeit kümmert, einfach nur stolz sind, ist nachvollziehbar. Dieser Erfolg für intensives Bemühen soll gefeiert werden: "In der zweiten oder dritten November-Woche wird es eine Feierstunde geben", sagt die Schulleiterin, "dazu werden wir natürlich viele Gäste einladen. Denn Lob soll geteilt werden."

In ihrem Schreiben sagt Ministerpräsidentin Kraft, dass die Realschule am Sportpark ein Beispiel dafür ist, "wie alle Schüler in besonderer Weise gefördert und gefordert werden können, nicht nur die Begabtesten." Die Schule kämpfe "jeden Tag mit ganzer Energie und vielfältigen Methoden dafür, dass kein Kind und kein Jugendlicher zurückgelassen wird". Wie die Schule das konkret macht, erklären Mazurek und Puhl. Im Fokus der Arbeit stehen Migrantenkinder, vor allem diejenigen, die ohne jegliche Deutsch-Kenntnisse an die Schule kommen. Bis zu zehn Stunden pro Woche lernen die sechs- bis acht-köpfige Gruppen die deutsche Sprache. Wichtig ist aber auch, betont Puhl, das Sprachvermögen in der Muttersprache als Voraussetzung für das Erlernen der deutschen oder einer Fremdsprache. Der Rhein-Kreis Neuss bietet dies außerunterrichtlich an. "Wer am Ende eine Sprachprüfung in seiner Muttersprache gut besteht, der kann damit eine schwache Note in einer Fremdsprache ausgleichen." Sprachförderung bedeutet an der Realschule auch Kulturintegration. Im Fach "Praktische Philosophie" geht es um Werteerziehung. "Die Kinder erzählen vom Leben in ihren Familien. Es geht letztlich um Konsens, um Toleranz und Wertschätzung. Um das Akzeptieren des Andersseins", sagt Mazurek. Die Internationalität der Kinder reicht von Italien über Tunesien bis nach Äthiopien. Die breite Palette des "Kümmerns" erfasst auch die Berufsvorbereitung, die ab dem ersten Tag der Klasse acht einsetzt.

(NGZ/ac)
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