1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Land zahlt für Deichsanierung

Dormagen : Land zahlt für Deichsanierung

Das NRW-Umweltministerium bezuschusst offensichtlich die geplante Sanierung der Deichanlage in Zons und Stürzelberg. Die Kosten will Deichgräf Eduard Breimann erstmals bei einer Veranstaltung Anfang Juni nennen.

Das Zusammenspiel am Deich funktioniert inzwischen mit der Präzision einer Nähmaschine. Am vergangenen Samstag trafen sich Reservistenkameradschaft, Technisches Hilfswerk und Deichgräf Eduard Breimann zum wiederholten Male in Stürzelberg. Die Männer nähten Sandsäcke und übten den Aufbau eines Deichschutztores. Beim Hochwasserschutz in Dormagen ist Training, Planung und ein wenig Improvisation gefragt. Noch.

Über die geplante Sanierung der 13 Kilometer langen Deichanlage will Deichgräf Eduard Breimann am 5. Juni bei einer öffentlichen Veranstaltung informieren. Inzwischen hat der Deichgräf positive Nachrichten für die Finanzierung. "Es gibt eine Zuschussbewilligung für die Planungsphase und eine Zusage für die Bezuschussung der Baumaßnahmen", so Breimann gestern gegenüber der NGZ. Wie hoch die Zuwendung ausfallen wird — die Rede ist von 80 Prozent der Gesamtsumme —, konnte der Deichgräf noch nicht sagen. Nach der Öffentlichkeitsveranstaltung rechnet der Deichgräf mit dem so genannten Scoping-Termin Ende Juni. Auch die Kosten, die über Jahre hinweg abgerufen würden, stehen noch nicht fest. Breimann will am 5. Juni erstmals eine Zahl nennen, die er "glaubhafte Kosten" nennt.

Ulrike Nienhaus, Expertin bei der Bezirksregierung Düsseldorf, kennt eine Faustformel: "Erfahrungsgemäß fallen beim Bau von einem Kilometer Erddeich Kosten von zwei Millionen Euro an." Für Dormagen würde sich das zu 26 Millionen Euro summieren. Diese Zahl ist gleichwohl nur ein grober Maßstab.

Die Düsseldorfer Behörde steht hinter der Arbeit des Deichgräfs, auch wenn der geplante Baubeginn im Jahr 2014 zumindest aus Sicht von Ulrike Nienhaus auf wackeligen Füßen steht. Davor stehen nämlich noch Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren. Nienhaus: "Bürger und Anwohner können während der Öffentlichkeitsveranstaltung Anregungen geben." Auch im Rahmen des Genehmigungsverfahrens liegen die Antragsunterlagen noch einmal aus.

Dass die Düsseldorfer Bezirksregierung und der Deichverband die so genannte "Große Lösung" bei der Sanierung anstreben, hat laut Ulrike Nienhaus nichts mit möglichen Fördergeldern zu tun: "Wir haben im Rahmen der Sondierung II auch im Bereich des Erddeichs Abweichungen festgestellt." Dass sei nun der Anlass, die gesamte Deichanlage auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

Das NRW-Umweltministerium bestätigte die Zusage der Fördergelder gegenüber der NGZ gestern nicht. Der Hochwasserschutzexperte war nicht erreichbar.

(NGZ/url)