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Dormagen: Lamas als Spielgefährten

Dormagen : Lamas als Spielgefährten

Tiergestützte Begleitung nennt Heike Brug ihre Arbeit mit Lamas und Kindern. Die Tiere, ist die 50-Jährige überzeugt, öffnen die Herzen der Kinder, gerade derjenigen, die Probleme haben.

Wenn die "Chefin" kommt, werden sie schon ein wenig unruhig. Denn eins ist gewiss – dann gibt' s frisches Futter und die ein oder andere Streicheleinheit. Jeden Morgen hat Heike Brug erst einmal Stalldienst. Ihre sechs Lamas begrüßt die 50-Jährige mit Namen. Triton, Blanco, Luisa, Cappuccino, Rosi und Sulis schauen recht interessiert und lassen es erst einmal über sich ergehen, dass ihr Fell mit kräftigen Bürstenstrichen von Heuresten befreit wird.

Erst vor gut 15 Monaten hat die Uedesheimerin die ersten Lamas gekauft. Während eines Sylturlaubs besuchte sie eine Lamazüchterin, traf dort auf die scheue Luisa. "Die Chemie zwischen uns stimmte sofort", erinnert sich Heike Brug und wusste: "Die muss ich haben." Doch nicht nur Luisa allein musste daraufhin umziehen, auch ihr Sohn Triton kam mit nach Nievenheim, wo die beiden Tiere auf dem Wittgeshof Unterschlupf fanden. Nicht lange danach kam Rosi, denn Luisa war schwanger.

"Vorher hatte ich mich noch nicht damit beschäftigt, dass man die Tiere auch therapeutisch einsetzen kann", sagt die sechsfache Mutter, die nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium wegen der Geburt der ältesten Tochter verschiedene Lehrgänge und Kurse zur Entspannungspädagogik und Trauerbegleitung besucht hatte. Doch dass sie mit ihnen arbeiten wollte, war ihr schnell klar. Mittlerweile sind aus drei sechs Lamas geworden. Seit Anfang des Jahres leben die Tiere in Delhoven. Bei regelmäßigen Spielenachmittagen können Kinder die Tiere kennenlernen, sie an der Leine führen, sie bürsten oder streicheln. "Die Lamas gehen manchmal nur auf ein Kind zu", erzählt Heike Brug. Durch ihr ruhiges Wesen wirken sie auf Menschen ausgleichend und entspannend, und sind daher gerade bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten einzusetzen. Selbst zu den verschlossensten Kinder, so die Erfahrung Brugs, finden diese Tiere einen Zugang. "Lamas sind Seelenöffner", so die Besitzerin. Dabei müsse sie selbst gar nicht viel machen. "Ich gebe keine Anweisungen. Je weniger ich mache, um so mehr passiert", weiß Heike Brug.

Neben den Spielenachmittagen veranstaltet Brug mit den Tieren auch Kindergeburtstage. Kindergartengruppen oder Schulklassen kommen ebenfalls zu den Lamas, die im übrigen nicht ständig spucken, und das schon gar nicht ohne "Vorwarnung". "Sie spucken nur dann, wenn sie bedroht werden", erklärt Heike Brug. Und in der Regel geschehe das untereinander aus Futterneid oder bei Rangkämpfen. Und vorher legen sie zur Warnung ihre Ohren in den Nacken. In diesem Fall weit in Deckung gehen, denn Lamas sind sehr treffsicher.

(NGZ)