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Dormagen: Lärm: Bürger machen Druck

Dormagen : Lärm: Bürger machen Druck

Die Anwohner der Zonser und Haberlandstraße machen weiter Druck auf die Verwaltung. Denn die Belastung durch Lkw hat jüngst stark zugenommen. Dass die Umgehungsstraße kommt – frühestens 2012 – bezweifeln sie.

Die Anwohner der Zonser und Haberlandstraße machen weiter Druck auf die Verwaltung. Denn die Belastung durch Lkw hat jüngst stark zugenommen. Dass die Umgehungsstraße kommt — frühestens 2012 — bezweifeln sie.

Elisabeth Fittgen geht nur mit Ohrstöpseln und bei geschlossenem Fenster ins Bett. Schlafen kann sie oft trotzdem nicht. Denn ihr Haus steht an der Ecke Zonser/Haberlandstraße. Über die Kreuzung fließt sämtlicher Lastverkehr in das und aus dem Gewerbegebiet Rosellerstraße.

Die Alternativstrecke über B 9 und K 12 können Lkw nicht benutzen, weil es dort zu eng fürs Abbiegen ist. Also fährt der Lieferverkehr stets über die Zonser Straße. Die Lkw stoppen an der Ampel direkt vor Fittgens Schlafzimmerfenster, fahren an — und machen entsprechend Lärm, ab 6 Uhr morgens. Die Lösung soll eine Umgehungsstraße sein. Diese "Spange" wäre ein etwa 400 Meter langer Anschluss des Gewerbegebiets von der Norfer Straße auf die K 12. Die Stadt hat die nötigen etwa 700 000 Euro für den Haushalt für 2013/2014 eingeplant. "Der Bürgermeister versucht, das aber schon für 2012 möglich zu machen", sagt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Ob das aber vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage möglich ist, sei fraglich. Die Anwohner bezweifeln sogar, dass die Umgehungsstraße überhaupt gebaut wird. "Die wurde schon so oft versprochen und kam nie", sagt Fittgen.

Ihr Nachbar, Herbert Straub, wohnt an der Haberlandstraße und hat in den vergangenen Jahrzehnten miterlebt, wie aus der Wohn- eine Durchgangsstraße wurde. "Bis 2012 oder 2013 warten — das wäre schlimm. Es muss schon vorher etwas passieren", sagt Straub. Die Zonser Straße bis zum Bau der Umgehung komplett für Lkw zu sperren, wie er bei der Stadt anregte, sei nicht möglich. Ein Grund dafür, so schrieb die Stadt, sei die fehlende Ausweichstrecke. Straub und Fittgen kritisieren noch etwas anderes: Dass die Spedition Malzburg überhaupt einen Betrieb dort genehmigt bekam. "Vor dem Hintergrund der Verkehrssituation hätte das die Stadt nicht tun dürfen", sagt Straub. Gabriele Böse vom Fachbereich für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften betont, dass es rechtlich keinen Grund gegeben habe, Malzburg die Betriebserlaubnis zu verweigern. Derzeit besitzt Malzburg nur eine vorläufige Genehmigung, allerdings könne die Stadt nun grünes Licht für eine dauerhafte geben, sagt Schlimgen. Das Ordnungsamt hat als Maßnahme gegen den Lärm auf der Zonser Straße einen Radarmesspunkt für Geschwindigkeitskontrollen installiert. "Da fahren mehr Autofahrer rein als Lkw. Von Herrn Malzburgs Flotte bislang keiner", sagt Böse. "Aber Lkw sind einfach laut, auch wenn sie langsam fahren", sagt Fittgen. Sie und ihre Mitstreiter wollen daher nicht abwarten. Sie sammeln Unterschriften und fordern unter anderem eine Bürgerversammlung und ein Verkehrslenkungskonzept, wenn die Umgehungsstraße gebaut ist — "so sie denn kommt", sagt Fittgen.

(NGZ)