Dormagen: Kunterbunt-TV Dormagen geht online

Dormagen: Kunterbunt-TV Dormagen geht online

Sieben junge Besucher der Villa Kunterbunt im Familienzentrum am Chorbusch gründeten zusammen mit Sozialpädagoge Lutz Debus einen YouTube-Nachrichtenkanal für Kinder - mit aktuellen Themen, die sie bewegen.

Wie kann man medientechnisch ein Projekt mit Kindern machen? Diese Frage stellten sich Detlef Prill, Leiter des Familienzentrums am Chorbusch, und Sozialpädagoge Lutz Debus. Eine Lösung haben sie schnell gefunden: "Kunterbunt-TV Dormagen" heißt der Youtube-Nachrichtenkanal von Kindern für Kinder aus Dormagen. Anstatt wie die Anderen nachmittags zu spielen, treffen sich sieben Besucher des Horts "Villa Kunterbunt" zweimal in der Woche und arbeiten an einem Youtube-Kanal. Die Idee dazu entstand in einem Gespräch zwischen Debus und Prill. "Ich habe ihm erzählt, dass wir früher in der Kita einen eigenen Radiosender hatten", sagt Prill. "Wir wollen einfach das Medienverständnis der Kinder bilden und ihnen zeigen, was man alles mit Medien machen kann und dass sie die Welt mitgestalten können", erklärt Debus.

Es meldeten sich sieben Freiwillige von den insgesamt 45 Hortbesuchern. "Detlef und Lutz haben mich gefragt, und ich wollte sofort mitmachen", erzählt Naz (7). Auch ein erstes Thema war schnell gefunden: Hochwasser. Den Vorschlag dazu hatte Debus gemacht, aber die Kinder waren sofort begeistert. Letzte Woche ging das erste Video online, und es wurde bereits 418 Mal angeklickt. In dem Video berichten die Kinder nicht nur über das Hochwasser Anfang des Jahres, sondern auch über vergangene - bis hin zum Jahr 1784. Sie fuhren nach Zons, um eine alteingesessene Zonserin zu interviewen und schauten sich die Markierungen der Hochwasserstände aus vergangenen Zeiten an.

Einen anderen Termin hatten sie in Stürzelberg, wo ihnen erklärt wurde, wie der Deich am Rhein Dormagen davor schützt, überflutet zu werden. "Lutz Debus hat die Hauptverantwortung bei dem Projekt. Er organisiert die Termine, und er hat das nötige Wissen und die technischen Mittel, um das Filmen, Schneiden und Vertonen selbst zu übernehmen", sagt Prill. "Auch das Lied aus dem Intro singen er und die Kinder selbst."

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Die Kinder nehmen Einschränkungen in kauf. "Manchmal ist es nervig, wenn das Wetter gut ist und die anderen draußen spielen, aber es macht auch Spaß", erzählt Jannik (9). Die Anderen nicken zustimmend. Auch Lennox (7) würde ungerne wieder aufhören. "Es ist zwar anstrengend, aber der Spaß ist größer." Die Themen für die Videos erarbeitet Debus gemeinsam mit den Kindern, das nächste Video beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Tierheim in Hackenbroich. Dazu besuchten die fünf Jungen und zwei Mädchen gemeinsam das Tierheim und konnten dort alle Fragen stellen, die sie interessierten. "Wir wollen auch noch andere interessante Ideen umsetzen, wie zum Beispiel ein Interview mit dem Bürgermeister und etwas über Autos, auch im Hinblick auf Abgase und die Umwelt", erzählt Debus.

"Wir haben uns gefragt, wie man Kindern die Medien näherbringen kann, und jetzt zeigen wir ihnen, wie vielfältig das Internet nutzbar ist. Das ist eine tolle Sache", so Prill. "Wir hoffen, dass die Kinder weiter Spaß dran haben und wir noch viele spannende Videos drehen können."

(NGZ)