Kunst in Dormagen Stadt mit virtueller Ausstellung zu „Verborgenen Schätzen“

Dormagen · „Dormagens verborgene Schätze“ lautet der Titel einer virtuellen Kunstausstellung, die jetzt im Internet unter www.dormagen.de/ausstellung zu sehen ist.

 Denise Trump ist  Kunsthistorikerin bei der Stadt Dormagen.

Denise Trump ist  Kunsthistorikerin bei der Stadt Dormagen.

Foto: Stadt Dormagen

Kunsthistorikerin Denise Trump hat aus der städtischen Kunstsammlung, die knapp 5000 Werke umfasst, eine interessante Auswahl an Exponaten getroffen. „Es handelt sich zumeist um Ankäufe aus den Ausstellungen der vergangenen Jahrzehnte, die den kleineren Zweig der Sammlung bilden. Sie beinhalten in Dormagen bekannte, aber auch unbekanntere Positionen, die unterschiedlichste Biographien sowie Handschriften offenbaren und die kulturelle Identität der Stadt maßgeblich mitprägen“, erläutert Denise Trump.

Bekannte heimische Künstler wie Anne Becker-Küpper, Joachim Braatz, Heike und Heinz Gödecke, Jutta Kükenthal sowie Hans-Jürgen Knoll und Anita Schüller sind mit jeweils einem Werk ebenso vertreten wie internationale Kreative. Zu denen zählen der Londoner David Taborn, die belarussische Malerin Olga Domanova-Kondo und der zu Lebzeiten in der Schweiz beheimatete Kunstpädagoge Dieter Linxweiler. Einen Höhepunkt der Schau bildet die Arbeit „Parlament“ von Jörg Immendorff, einer der bedeutendsten Künstler Nachkriegsdeutschlands. Ebenfalls bemerkenswert sind drei Studien, die Theo Blum unter dem selten geführten Aliasnamen „Fleury“ gefertigt hat.

Aus dem Nachlass des Zonser Ehrenbürgers besteht auch der Großteil der Dormagener Kunstsammlung. Rund 2400 Druckgrafiken, 1700 Zeichnungen sowie eine Vielzahl von Ölgemälden und weiteres Zubehör wie Druckplatten und Glasplattennegativen hat Theo Blum der damaligen Stadt Zons übergeben. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 übernahm die Stadt Dormagen als Rechtsnachfolge das Vermächtnis des künstlerischen Werks sowie den schriftlichen Nachlass, der im Archiv des Rhein-Kreis Neuss aufbewahrt wird.

Seit März2019 ist Kunst-Expertin Trump im Auftrag der Stadt dabei, sämtliche Kunstwerke zu erfassen, zu katalogisieren und wenn möglich sogar zu bewerten. Anlass für die Katalogisierung war die Kunst-Negativserie vom Sommer 2018: Im August wurde entdeckt, dass zwei Bronze-Figuren an der ehemaligen Hauptschule verschwunden waren, vorher öffentlich, dass die Glasfenster des Dormagener Künstlers Otto Andreas Schreiber teilweise bei der Sanierung der BvA-Aula zerstört worden waren.

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