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Kunst in Dormagen: Doppelausstellung im Krankenhaus

Kunst in Dormagen : Doppelausstellung im Krankenhaus

Abstrakte Landschaften und wirre Köpfe zeigen jetzt Christine Pohl und Kosta Djurasinov. Beide Maler haben eine solide künstlerische Ausbildung durchlaufen und waren vorher in medizinischen Berufen tätig.

Die Künstler Christine Pohl und Kosta Djurasinov waren beide in medizinischen Berufen tätig, bevor sie sich der Malerei zuwandten. Jetzt sind ihre Bilder in einer Gemeinschaftsausstellung im Foyer des Rheinland Klinikum Dormagen zu sehen. Wegen des Corona-bedingten Besuchsverbots zwar nicht von der breiten Öffentlichkeit, so doch von Patienten und Mitarbeitern des Rheinland klinikums. Was schnell deutlich wird: Hier waren zwei Maler am Werk, die eine solide künstlerische Ausbildung durchlaufen haben.

Der gebürtige Bukarester Kosta Djurasinov studierte zunächst Malerei an der Hochschule für Pädagogik in Belgrad, schloss dann noch das Studium an der Kunstakademie als Meisterschüler von Professor Milica Stevanovic ab und lebte ab 1992 als freier Künstler in Italien. Djurasinov kann bereits auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Dänemark und Italien, Serbien und Deutschland verweisen. Eins seiner Hauptthemen sind Landschaften, seine bevorzugte Farbtöne vor allem Gelb und Rot.

In Dormagen zeigt er eine ganze neue, im Januar begonnene Bilder-Serie: Köpfe beziehungsweise Kopfmodelle oder –umrisse in pastelligen Tönen, einzeln, zu mehreren auf einer Leinwand arrangiert, in die der Betrachter hineinsehen kann. Ein Bild mit drei Köpfen erinnert an die drei Affen, die sich Auge, Ohren oder Mund zu halten. Bei einer anderen Bilderfolge werden die Personen durchdekliniert: Ich, Du, Er, Wir.

Djurasinovs Künstlerkollegein Christine Pohl ist gelernte Arzthelferin. Sie malte „schon immer nebenher.“ Vor rund 20 Jahren begann sie schließlich ein Kunststudium, unter anderem in der Meisterklasse von N. Munens in Köln. Nachdem sie „viele Jahre nach der Natur gezeichnet, gemalt, geritzt, geätzt“ hatte, kehrte sie der gegenständlichen Kunst ab 2002 immer mehr den Rücken und arbeitete zunehmend abstrakt. Dabei orientiert sie sich an Vorbildern wie Per Kirkeby und Nicolas de Stael. Pohls Thema ist immer noch häufig die Natur, nun aber umgesetzt „in eine andere Wirklichkeit“. Vor allem Bäume haben es ihr angetan – sie ist fasziniert von Ästen, Blätterwerk, Licht und Schatten. „Tanz der Äste“ und „Verzweigt“ sind dann auch Titel der Bilder, die sie nach Dormagen mitgebracht hat. „Inzwischen male ich nicht mehr so intensiv wie früher und stelle auch nur noch selten aus“, gibt die 78-Jährige Künstlerin zu.

Für den Kollegen Djurasinov, der seinen Lebensmittelpunkt erst vor vier Jahren nach Köln verlegte, machte Pohl eine Ausnahme. Und überließ dem 63-Jährigen einen Großteil der Wandfläche für seine Werke. Und der nutzte sie für die Präsentation beeindruckender Bilder, die nicht spurlos am Betrachter vorübergehen.

Dass es zu dieser gemeinsamen Ausstellung kam, ist der Freundschaft geschuldet, die beide durch ihre Mitgliedschaft im Kölner Künstlernetzwerk Südart verbindet. Zu sehen sind die Werke voraussichtlich noch bis Ende Februar.