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Kunst im öffentlichen Raum in Dormagen: Schützenbrunnen

Serie: Kunst im öffentlichen Raum : Ein Brunnen für Dormagens 6500 Schützen

Wer am Schützenfestmontag auf der Kölner Straße in Höhe des Eiscafés Dolomiti einen Schützen sieht, der einen Schuh und eine Socke in den Brunnen taucht, wird gerade Zeuge eines Aufnahme-Rituals: Die Graf-Waldersee-Kompanie „Lahm Söck“ benutzt diesen Brunnen, um mit seinem Wasser neue Schützenkameraden zu „taufen“.

Seit 1989 steht er in der Innenstadt und hat nicht nur für die Graf-Waldersee-Kompanie, sondern für alle Dormagener Schützen eine besondere Bedeutung.

Sieben bronzene Figuren, die die Vielfalt des Schützenwesens symbolisieren, sind um und auf dem Brunnen zu sehen. Da dürfen der König und die Königin sowie der Oberst nicht fehlen, aber auch ein Grenadier, ein Jäger und ein Husar sind dabei. Oben auf dem Bauwerk, das von dem Frechener Künstler Olaf Höhnen gestaltet wurde, schleppt sich ein Blumenhornträger mit seiner schweren Last ab. An der Mittelsäule des Brunnens sind auf Plaketten die Musikkapellen und Tambourkorps mit Querflöten und Trommeln dargestellt. „Der Schützenbrunnen wurde 1988 von der Bayer AG aus Anlass ihres 125-jährigen Bestehens gespendet und am Rheinischen Schützentag 1989 feierlich eingeweiht“, erinnert sich der Ehrenvorsitzende des BSV Dormagen, Heinz Krosch (80). „Er ist eine Zierde der Fußgängerzone. Vor allem die Kinder spielen gerne mit den beweglichen Figuren.“ Der Brunnen solle nicht nur die Mitglieder des BSV Dormagen repräsentieren, sondern auch die vielen anderen Schützen in den Dormagener Stadtteilen – insgesamt 6500 Aktive. Bei der Einweihung war Krosch als Vorsitzender des BSV dabei.

Seither spielt der Brunnen für die Schützen eine besondere Rolle: „Bei unseren Umzügen gehen wir immer dort vorbei. Das ist schon ein wichtiger Punkt für uns“, betont der ehemalige BSV-Vorsitzende Rolf Starke. Zum Schützenfest erhält das Bauwerk einen Blickfang: „Die Graf-Waldersee-Kompanie schmückt das bronzene Blumenhorn an der Spitze mit frischen Blumen“, erzählt Heinz Krosch. Und wenn dann wieder einmal neue Schützenkameraden aufgenommen werden, hören auch die Nicht-Schützen aufmerksam zu: „Zunächst gibt der Zeremonienmeister einen kleinen humoristischen Rückblick auf die Gründe des Beitritts des neuen Mitglieds – sehr zum Vergnügen der Gäste des Eiscafés“, berichtet Patrick Warstat, Schriftführer des BSV und Zugführer der Graf-Waldersee-Kompanie „Jung und Lahm Söck“. Das Schauspiel gehe dann mit dem Eintauchen von rechtem Schuh und Socke weiter: „Erst dadurch wird der neue Kamerad endgültig aufgenommen.“