1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Kunst-Frevel: Glas-Kunst in der Schulaula zerstört

Dormagen : Entsetzen über zerstörte Glaskunst in der BvA-Aula

Dass bereits zwei der vier Glasfenster des Dormagener Künstlers Otto Andreas Schreiber beim Umbau der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums zerstört worden sind und die Zukunft der beiden anderen Glaselemente noch nicht gesichert ist, hat weitere Reaktionen hervorgerufen

Nachdem eine Prüfung des Eigenbetriebs ergeben hatte, dass die fragile Fensterkunst nur mit hohem Kosten- und Zeitaufwand zu sichern gewesen sei, wurde beim Ausbau darauf verzichtet, wie Beigeordnete und Kulturdezernentin Tanja Gaspers dem Kulturausschuss erläuterte. Daraufhin sagte SPD-Ratsherr Joachim Fischer, der die Zerstörung von zwei Fenstern scharf kritisierte, sofort 1000 Euro zu, die in die Sicherung der anderen beiden Glasfenster gesteckt werden sollten: „Ich bin mir sicher, dass weitere Spender dazu bereit wären - zudem könnte die Stadt Dormagen an einen Verkauf der Glasfenster denken, um die Hälfte der Kunstwerke wenigstens zu erhalten, wenn schon nicht in Dormagen zu halten.“

Kulturinteressierte verurteilten den „barbarischen Akt gegen die Kultur in Dormagen“ und kündigten an zu prüfen, welche rechtlichen Schritte eingeleitet werden können, so Chris Stoffels, Professor Heinrich Spicker und Hermann Kienle in einer Stellungnahme. Sie schätzen den Wert der Fenster auf „mindestens einen hohen fünfstelligen Betrag, vermutlich aber einen sechsstelligen Betrag“: „Otto Andreas Schreiber war die bedeutendste künstlerische Persönlichkeit der Nachkriegszeit in Dormagen. Die Glasfenster der BvA-Aula zählen zu den wichtigsten Werken des Künstlers.“ Zu versuchen, „sie in einem Verwaltungsakt ohne große Diskussion zu beseitigen, ist höchst bedenklich“, kritisieren sie, dass „stillschweigend“ Fakten geschaffen wurden.

  • Dormagen : Streit um Fensterkunst der BvA-Aula
  • Dormagen : Schulräume im BvA erneut verwüstet
  • Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt
    Corona im Rhein-Kreis Neuss : 1001 Menschen nachweislich infiziert

Schulleiter Theodor Lindner möchte keine künstlerische Bewertung vornehmen: „Ich freue mich auf eine moderne und heitere Aula“, sagte er. Gut finde er aber, dass die Aula-Eingangstüren erhalten bleiben.