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Dormagen: Kulturverein baut Moschee

Dormagen : Kulturverein baut Moschee

Seit wenigen Tagen haben die Arbeiten des Türkisch-Islamischen Kulturvereins für den Bau einer neuen Moschee begonnen. Sie wird auf dem vereinseigenen Gelände im Gewerbegebiet an der Roseller Straße entstehen.

Der Beginn der Arbeiten ist unübersehbar: Im Schatten des Betonwerks an der Roseller Straße, nahe der Bundesstraße 9 ist ein großes Erdloch entstanden, vier Meter tief. Die beiden Bagger leisten präzise Arbeit und vergrößern die Baugrube zusehens. Dort sollen die Pläne des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Dormagen endlich realisiert werden und eine neue Moschee entstehen. Fertigstellung? "Das ist noch völlig offen", sagt Vorsitzender Dursun Pekdemir. "Wenn alles perfekt läuft, sind wir Ende 2013 fertig."

Seit vier Jahren ist er Vorsitzender des DITIB-Moscheevereins, der rund 250 Mitglieder zählt. Sie müssen sich seit Jahren behelfsmäßig mit der Unterbringung in einem umgebauten Autohaus begnügen. Marode, wenig einladend auch für Gäste. Das soll nun bald anders werden. Nach den Plänen des Architekten Cavit Sahin soll in dem unwirtlichen Gewerbegebiet ein kleines Schmuckkästchen entstehen, mit dem sich der Moscheeverein noch weiter auch für Nicht-Muslime öffnen möchte. Konkret sehen die Bau-Planungen so aus: Im Untergeschoss wird ein rund 550 Quadratmeter großer Salon mit Bühne entstehen.

Dieser Mehrzweckraum ist bestens geeignet für Feierlichkeiten und Versammlungen — "für alle Dormagener", betont Pekdemir, der seit 18 Jahren in Dormagen lebt. Vereine können bei Bedarf diese Räumlichkeiten mieten. Im Erdgeschoss wird der eigentliche Gebetsraum auf einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern entstehen. Diese Halle ist nach oben hin offen, so dass im Obergeschoss rundherum Balkone angelegt werden. "Dort können Frauen in Ruhe beten", so Pekdemir. In einem Teil des Erdgeschosses wird auch der Lebensmittelladen untergebracht, der bislang in der alten Halle liegt. Im Obergeschoss wird der Vorbeter, Iman, wohnen. Die Moschee wird von einer Kuppel bedeckt und daneben ein etwa 21 Meter hohes Minarett entstehen.

Der seit 1985 an der Roseller Straße ansässige Türkisch-Islamische Kulturverein will das Projekt aus eigenen Mittel finanzieren. "Eine Kreditaufnahme haben wir bislang nicht vorgesehen", sagt der Vorsitzende, "aber dazu könnte es kommen. Unsere Frist ist das Geld." Wie teuer das Projekt ist, mag Pekdemir nicht sagen.

So sehr sich die Mitglieder auf ihre neue Moschee freuen, so wenig gefällt ihnen der Standort. Pekdemir sagt: "Eigentlich müssen wir dort sein wo die Menschen sind. Hier sind wir versteckt in einem Gewerbegebiet. Viele Dormagener fragen sich vielleicht: Was machen die dort? Wir würden uns gerne zeigen." Denn in den Vorstellungen des Vereins soll es eine interkulturelle Begegnungsstätte werden — aber im Hinterhof der Stadt?

(NGZ/ac)