Kulturkirche Dormagen: Sven Jungbeck und Freunde brillieren

Gitarren-Konzert : Sven Jungbeck und Freunde brillieren in der Kulturkirche

Dieser Vollblutmusiker der oft leisen und nachdrücklichen Art ist ein Dormagener Eigengewächs. Als stilsicherer Wanderer zwischen verschiedenen Musik-Stilen trat er Freitagabend in der Kulturkirche zu Dritt auf.

Mit dabei waren Johann May, Gitarre und Kontrabass, ein Studienkollege an der Musikhochschule Arnheim, sowie die eindrucksvolle Sängerin Clara Beckstein, ein Naturtalent. „Wir spannen den Bogen zwischen Folk und Jazz“, kündigte Jungbeck locker und unangestrengt das Spielen und Singen an. Auf dem Programm standen in den Bekanntheitsgraden tiefverwurzelte Evergreens und eigene Kompositionen.

Faszinierend klangen die sanften und doch so nachdrücklichen Akkorde auf den Zupf- und Streichinstrumenten, und strahlend klar modulierend kam der Gesang von Clara Beckstein über. Munter zugreifend und doch das scheinbar verträumte Sinnen nicht außer Acht lassend war bereits der Solo-Start des Bandleaders - ein wahres interpretatorisches Kabinettstückchen.

Das war nicht nur deutlich erkennbar an seiner Eigen-Kreation „Slow Waltz“ , sondern setzte sich auch in Gesellschaft mit der Sängerin im „Deep River Blues“ wunderbar fort. Bei ihr fiel zudem das rein akzentuierte, kraftvolle Englisch auf, das in angenehmem Kontrast zum sonst allzu oft wie Deutsch erklingenden Originalton stand. Einige der ganz großen Namen der Musik-Szene stellten bei diesem Konzertieren ihre Titel zur Verfügung: Led Zeppelin, Stevie Wonder und sogar Astor Piazzolla.

Absolute Highlights waren „Norwegian Woods“ der Beatles und „Spain“ von Chick Corea. Nach der Pause kam Bob Dylan mit „Make you feel my love“ zu seinem klangreichen Recht. Und auch die drängend geforderte Zugabe „All cried out“ der No Angels hatte es in sich und bediente glänzend die Hörgewohnheiten der begeisterten Zuhörer. Die Griffe an den Gitarren saßen, wobei sich Johann May gelegentlich mit rasendem Tempo und im Rhythmus wiegenden Körper hervortat. Und bei jeder Nummer, ob einzeln oder gedoppelt, blieb regelmäßig viel Raum für individuelle Einfälle.