Kulturhalle in Dormagen: Starauflauf beim ersten Poetry-Slam

Premiere in der Kulturhalle : Starauflauf beim ersten Poetry-Slam

In der Kulturhalle findet zum ersten Mal ein Poetry-Slam statt. Auf der Bühen stehen Künstler, die zu den Besten in Deutschland zählen.

Die Dormagener Kulturhalle bringt ein echtes Kulturerbe auf die Bühne. Am Sonntag, 19. Januar, steht dort ein kompletter Abend im Zeichen des Poetry Slams. Das angesagte Format, bei dem Künstler ihre selbstgeschriebenen und teils gesellschaftskritischen Texte innerhalb eines festgelegten Zeitlimits vortragen, wurde 2016 von der Unesco anerkannt. Es besticht durch eine Mischung aus Lyrik, Comedy, Kabarett und Prosa.

Die Wahl auf Dormagen als Veranstaltungsort fiel dabei leicht. „Die Kulturhalle ist bekannt für Kabarett und Comedy, das passt gut zu uns“, sagt Andreas Klein, der die Veranstaltung organisiert. Die Betreiber der Veranstaltungshalle seien zudem sofort begeistert gewesen. Doch auch die Nähe von Dormagen zu Wülfrath spielt eine Rolle. Von dort stammt Kleins Kollege Jan Schmidt, der seit zehn Jahren selbst im Poetry-Slam aktiv ist und am Sonntag durch den Abend führt.

Der Veranstalter trumpft mit vier absoluten Stars der Szene auf. Mit dabei ist Luca Swieter aus Köln. Seit 2013 ist sie sehr erfolgreich, ist mehrfache Teilnehmerin der Poetry Slam-Meisterschaften sowie mehrfache Finalistin der nordrhein-westfälischen Landesmeisterschaften. Große Konkurrenz ist Marie Gdaniec. Die Düsseldorferin stand 2019 im Finale der NRW-Meisterschaften. Auch Florian Stein aus Bochum hat schon an zahlreichen Meisterschaften teilgenommen. Zu Deutschlands Besten gehört ebenfalls der Krefelder Johannes Floehr, der bereits diverse Auszeichnungen gewonnen hat. Die Künstler treten in zwei direkten Duellen gegeneinander an. Dazu wird eine Jury aus dem Publikum ausgewählt, die die Auftritte auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Der bessere zieht ins Finale ein. Auch das findet am Sonntag statt.

Auch wenn beim ersten großen Poetry-Slam kein Künstler mit Heimvorteil auf der Bühne steht, soll den Dormagenern das Format nähergebracht werden. Klein hofft, dass sich im Anschluss an die Veranstaltung Lokalmatadore melden, die bald selbst auftreten wollen. Das Interesse der Bürger an dem Bühnenformat ist bereits vorhanden. „Wir sind zu zwei Drittel ausverkauft“, sagt Klein. Rund 60 Karten seien noch übrig. Das sei ein guter Wert, schließlich müssen Klein und sein Kollege die gesamte Werbung zunächst selber stemmen. „In Dormagen fangen wir bei null an“, sagt Klein. „Hier ist es für uns noch schwieriger als in anderen Städten.“

Der Abend in der Kulturhalle soll dennoch nicht der letzte Auftritt in Dormagen sein. Die Ambitionen sind hoch: Geht es nach Klein ist das Event nur der Startschuss für eine ganze Reihe von ähnlichen Veranstaltungen in der Stadt und der Region. „Es gab schon mal Slam-Veranstaltungen in Dormagen, doch das ging oft nicht über Schulprojekte hinaus“, sagt Andreas Klein. „Und diese ein oder zwei Versuche haben nicht richtig gefruchtet.“ Das will Klein, der aus Siegen kommt und seit 2003 ähnliche Veranstaltungen in Südwestfalen und Umgebung organisiert, nun ändern.

Poetry-Slammer Johannes Floehr wird in der Kulturhalle auf der Bühne stehen. Foto: Jochmann, Dirk (dj)
Florian Stein aus Bochum hat schon an mehreren Meisterschaften teilgenommen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

So kommt es nicht von ungefähr, dass Klein und Schmidt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit der Stadt Neuss führen und ein Poetry-Slam in der dortigen Stadthalle planen. Auch in Dormagen gebe es erste Interessenten, eine ähnliche Veranstaltung auszurichten. Darunter befinde sich zum Beispiel das Norbert-Gymnasium Knechtsteden, in deren Aula häufiger Leute auf der Bühne stehen. „Die nächste Veranstaltung soll im Herbst stattfinden“, sagt Klein.
Jan Luhrenberg

(jlu)