Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons werden 25 Jahre alt

Interview mit Angelika Dappen und Karl Kress : Seit 25 Jahren Kultur von Zonsern für Zonser

Seit einem Vierteljahrhundert beleben die „Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons“ die Zollfeste und die ganze Stadt.

Frau Dappen, Sie als Vorsitzende und Herr Kress als Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied haben in diesem Jahr besonderen Grund zum Feiern: Die Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons werden 25 Jahre alt. Wie feiern Sie das Jubiläum?

Angelika Dappen Zum Jubiläum haben wir unsere 151 Mitglieder und einige Ehrengäste für den 13. Oktober eingeladen. Wegen eines schon lange feststehenden anderen privaten Termins bin ich selbst leider nicht bei der verschobenen Feier mit dabei.
Karl Kress Wir haben bereits 80 Anmeldungen unserer Mitglieder erhalten. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, Ina Scharrenberg, wird die Festrede halten. Dazu werden Vertreter von Stadt und Rhein-Kreis reden, Musical-Sängerin Anja-Sylvia Schäfer wird auftreten, drei Gründungsmitglieder werden interviewt und Fotos werden gezeigt.

Wie viele Gründungsmitglieder waren Sie vor 25 Jahren?

Kress Wir waren elf Zonser, die sich in der Schloss-Destille trafen, dazu kamen noch zwei, so dass wir mit 13 Mitgliedern gestartet sind.

Warum haben Sie den Verein gegründet?

Kress Bereits 1992 hatten sich einige Leute zusammengefunden, die einen gemeinnützigen Verein als Ergänzung zum Heimat- und Verkehrsverein Zons gründen wollten. Die Idee kam auf einem Feuerwehrfest auf und wurde auf einem Bierdeckel festgehalten. Danach haben wir uns acht Mal getroffen – es war immer lustig. Schon von Anfang an hatten wir Projekte vor Augen, so wollte Hans Sürtenich gern einen Brunnen für den Stadtgründer Friedrich von Saarwerden bauen. Nach vielen Bemühungen ist daraus das Saarwerden-Denkmal des Künstlers Bert Gerresheim vor dem Rheintor geworden, das im April 2010 von Kardinal Meisner eingeweiht wurde.

Joachim Kardinal Meisner weihte 2010 das Denkmal für Friedrich von Saarwerden ein. Foto: Berns, Lothar (lber)

Wie gestaltete sich der Start des Vereins?

Kress Wir hatten von Anfang an Unterstützung vom Rhein-Kreis Neuss: Der damalige Oberkreisdirektor Klaus Dieter Salomon sagte uns schriftlich Hilfestellung zu, Kreisdirektor und späterer Landrat Dieter Patt half uns mit der Nutzung des Kreisgeländes. Auch der damalige NGZ-Verlagsleiter Alfons Kranz hielt bei uns seinen Vortrag über Heimat, was uns einen guten Anschub gab.

Gab es Vorgaben für den Verein?

Kress Wir haben vor der Konstituierung festgelegt, dass der Verein der Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons keine finanziellen Interessen verfolgen, keine Parteipolitik betreiben, keine Wirtschafts- oder Tourismusförderungsgesellschaft und keine Konkurrenz zum HVV sein soll. Das gilt auch heute noch.

Welche konkreten Ziele hatte der Verein bei seiner Gründung?

Kress Nach der Gründungsversammlung am 6. April 1993 und dem Satzungsbeschluss am 5. Mai 1993 haben wir festgelegt, dass wir den Rheintorvorplatz wiederherstellen, die Publikation „Zons heute – Zons früher“ herausgeben und die Neupflanzung von Kastanienbäumen vorantreiben wollen. Das ist uns gelungen, auch wenn die Kastanienbäume dann von der Schützengesellschaft gesetzt wurden.

Hat sich der Vereinszweck denn seither geändert?

Dappen Wir wollen Kultur von Zonsern für Zonser machen, bei der möglichst viele mitmachen oder sich dafür interessieren. Also machen wir Kultur für die breite Masse. Die Grundziele haben sich nicht geändert, wohl die Umsetzung, da sind wir sehr selbstständig geworden, können auf viele private Helfer setzen und gehen Kooperationen mit den Schützen und anderen Vereinen ein. Mit Publikationen vom Kochbuch, über Geschichten aus Zons, einen Comic bis zur wissenschaftlichen Arbeit und zu Fotobüchern wollen wir Zonser Geschichte bewahren helfen. Dazu erreichen wir mit Veranstaltungen und Aufführungen wie der Lebenden Krippe oder dem Mundarttheater auch Zuschauer aus der Umgebung.

Zum Mundarttheater haben Sie eine besondere Beziehung...

Dappen Ja, ich bin 1997 über das Mundarttheater zum Verein gekommen. Karl Kress hat mich angesprochen, es sei noch eine kleine weibliche Nebenrolle zu besetzen. (lacht) Sie stellte sich dann als Hauptrolle raus. 2010 wurde ich zur Vorsitzenden gewählt.

Seit wann sind Sie im Vorstand, Herr Kress?

Kress Ich bin wie unser Geschäftsführer Reinhold Schoppmeyer von Anfang an im Vorstand, 13 Jahre als Vorsitzender, dann als Stellvertreter. Es ist toll, dass so viele meiner Ideen umgesetzt wurden. Stolz bin ich darauf, dass die Lebende Krippe inzwischen im 15. Jahr aufgeführt wird – und Alt und Jung gemeinsam mitmachen. Schön, dass alle Lieder, die wir beim Krippenspiel auf der Freilichtbühne präsentieren, gema-frei sind. Das haben wir durch unser Netzwerk so hinbekommen.

Der Stelenpfad wurde jetzt sogar nach Mikolow in Polen exportiert.

Kress Die Stelenpfad-Idee aus Lüdinghausen haben wir mit der Zweisprachigkeit weiterentwickelt, so dass wir den europäischen Friedensgedanken mit eingebaut haben. Aphorismen und Sinnsprüche sollen zum Nachdenken anregen. Das funktioniert überall gut.

Was sind Ihre neuen Projekte?

Kress Wir wollen die Finanzierung für den traditionellen Backofen stemmen. Das Grundstück soll am Schützenplatz Zons sein, Genaueres wird jetzt noch besprochen. Dazu planen wir, die Beziehungen zum Kreis Mikolow zu stärken und für 2020 einen Fotokalender mit Zons-Fotos und Mikolow-Fotos herauszubringen. Zudem wird 2019 der Stelenpfad neu bestückt.

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