Kultur- und Heimatfreunde: Der Römer der Lebenden Krippe in Zons

Kultur- und Heimatfreunde Zons : Der Römer der „Lebenden Krippe“ in Zons

Das Team der Kultur- und Heimatfreunde Zons probte auf der Freilichtbühne für die „Lebende Krippe“, darunter auch Wolfgang Göddertz.

Als unnachgiebiger Römer, der zu Beginn des Stücks Josef und die schwangere Maria an den Toren abweist, spielt Wolfgang Göddertz eine relativ kurze Rolle. Das mindert seine Freude, als Darsteller an der „Lebenden Krippe“ auf der Freilichtbühne Zons mitzuwirken, aber keineswegs. „Das müsste jetzt etwa das vierte Mal sein, dass ich dabei bin“, versucht sich Göddertz zu erinnern. „Bisher war ich immer der Römer. Nachdem der Part dann vorbei ist, wechsle ich die Kleidung und mische mich als Schäfer nochmal unter die restlichen Darsteller.“

Seit 2003 wird die Weihnachtsgeschichte rund um Maria, Josef und die Geburt Jesu Christi in Form der „Lebenden Krippe“ von den Mitgliedern der „Kultur- und Heimatfreunde Zons“ unter Regie von Harald Krumbein aufgeführt. In diesem Jahr übernimmt Christa Stumps erstmalig die Projektleitung von Sabine Prosch. Dem Verein ist es ein zentrales Anliegen, das Heimat- und Kulturbewusstsein der Zonser zu fördern. „Wir haben sehr treue Mitglieder, die schon von Anfang an mit dabei sind“, erzählt Stumps. Dem Verein mangelt es nicht an Darstellern für das Krippenspiel: Etwa 30 Erwachsene und 21 Kinder machen mit. Außerdem trägt der Einsatz lebender Schafe und eines Esels wieder dazu bei, die Weihnachtsgeschichte für das Publikum so authentisch wie möglich zu inszenieren. Eingespielte Kirchenmusik und die sonore Stimme des Regisseurs Krumbein, der aus dem Lukas-Evangelium und in Teilen aus dem Matthäus-Evangelium vorliest, tun ihr Übriges, um die Zuschauer für eine halbe Stunde den hektischen Vorweihnachtstrubel vergessen zu lassen. Die Aufführungen sind am zweiten und dritten Adventswochenende: am 7. und 14. Dezember um 17 Uhr, am 8. und 15. Dezember um 15 und 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Jugend der Malteser sind willkommen.

Neben dem Gemeinschaftsgefühl, das durch die Aufführungen zwischen den Vereinsmitgliedern gefördert wird, ist es dem Römer-Darsteller Göddertz außerdem wichtig, die religiöse und kulturelle Tradition zu unterstützen: So sei die Weihnachtgeschichte für ihn „ein wichtiger Teil unserer Kultur“, deren inhaltliche Aussage nicht in Vergessenheit geraten dürfe. „Man tut es für den Verein und für die Besucher.“ Als gebürtiger Kölner lebt der 50-Jährige mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter seit fünf Jahren in Zons. Für seine Arbeit pendelt er nach Düsseldorf, wo er in der Marketingabteilung eines internationalen japanischen Konzerns arbeitet.

Im beschaulichen Zons wurde die Familie sehr gut aufgenommen. Als Mitglied in mehreren Vereinen – unter anderem ist er Vorsitzender der „Zonser Garnison“ – bringt Göddertz viel Eigeninitiative mit. Auch seine zehnjährige Tochter ist bereits bei den Kultur- und Heimatfreunden aktiv. „Dormagen und Zons eröffnen viele Möglichkeiten und bieten eine hohe Lebensqualität“, findet Göddertz.

Als Römer-Darsteller wird der 50-Jährige lediglich am dritten Adventswochenende, am 14. und 15. Dezember, auf der Freilichtbühne zu sehen sein. Denn am 7. und 8. Dezember ist er als mittelalterlicher Söldner der „Zonser Garnison“ bereits auf dem SWD-Nikolausmarkt auf dem benachbarten Burggelände in Aktion. Göddertz ist sich sicher, „dass der Nikolausmarkt nochmal viele Besucher für die ,Lebende Krippe’ anzieht“.