Dormagen: Kultband "TJCE" rockt nach Reunion in Tank-Stelle

Dormagen : Kultband "TJCE" rockt nach Reunion in Tank-Stelle

The Jesus Christ Experience (TJCE), Grevenbroicher Kultband der 1990iger Jahre und nach 23 Jahren Auszeit 2016 neu gegründet, tourt wieder und war jetzt in der "Tank-Stelle" live zu erleben. Der Name der Band hat nichts, aber auch gar nichts mit der Musik gemein, die eine eigenwillige Mischung aus Punk, Metal und Progressive Rock beinhaltet. Oder wie Gründungsmitglied und Leadgitarrist Willie Goergens (56) sagt: "Wir spielen nur High Speed und Dampfrock."

In Dormagen stellte die Band vornehmlich Titel ihrer zweiten CD "Up" vor, die gerade erschienen und bei allen Online-Diensten erhältlich ist. Eine Vinylversion wird gerade mit Hilfe von Crowdfunding (Gruppenfinanzierung) erstellt. "Die weitaus meisten Anfragen unserer Fans wollen Vinyl", sagt Goergens. Die erste CD "No way out" erschien übrigens 1993, kurz vor Auflösung der Band. Aus alten Zeiten ist auch Matts Nicklas (52) am Schlagzeug dabei und am Bass René Lachnich. Erst seit April 2016 spielt Frauke Hermann (37) mit, in Dormagen gut bekannt als Gitarristin bei den "Starlettes". Die neue CD enthält auch ältere Songs wie "Golden Age" oder "Lolita Syndrome", die aber neu arrangiert, quasi "runderneuert" sind.

In Dormagen gab es aber auch ganz neue Titel wie "Garden" mit hartem Drums-Intro, die gerade entstehen und für eine neue CD geplant sind. Das kann man auch live nachvollziehen, denn so mancher Intro klingt experimentell, so, als müsse man sich erst zusammenfinden. Vor allem aber ist die Musik schnell und extrem laut. Die "Tanke" hatte entsprechend gewarnt und mit dem Hinweis "Für Kinder nicht geeignet" versehen. Selbst ruhigere Titel wie "No mercy", fast balladesk, aber auch mit Längen, erreichen die Grenze zu überbordender Lautstärke. Das müssen einige Fans in der übersichtlichen Zuhörerschaft gewusst haben, denn Ohropax waren häufiges Hilfsmittel. Alle Titel hat Willie Goergens selbst getextet, die Arrangements sind meist in der Zusammenarbeit der ganzen Band entstanden. Die Songs handeln von Alltäglichem, Herz-Schmerz oder sind aggressives Aufbegehren ("All fucked up"). Die Arrangements klingen oft gleich, trotz variabler Stimme, mit der Willie Goergens alle Titel singt. Zappes "Friwi" hatte bei übersichtlichem Publikum alles im Griff, bekam aber deutlich mehr zu tun, als nach dem Konzert DJ Baki zur Rockparty auflegte.

(nima)
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