Dormagen: Kult-Band holt Gitarristin aus Dormagen

Dormagen: Kult-Band holt Gitarristin aus Dormagen

Die aus Grevenbroich stammende Band "The Jesus Christ Experience" mit Kult-Status hat die Dormagener Gitarristin Frauke Hermann von den "Starlettes" ins Team geholt. Am 4. Mai präsentieren sie das neue Album in der "Tank-Stelle".

Es wird ein besonderer Abend sein, wenn am 4. Mai in der Tank-Stelle vier Musiker auf die Bühne klettern und zu ihren Instrumenten greifen: Denn zum einen gastiert die Grevenbroicher Kult-Band "The Jesus Christ Experience" zum ersten Mal nach einem Vierteljahrhundert und ihrer Reunion im vergangenen Jahr in Dormagen und zum anderen hat sie sich für ihr Comeback Unterstützung aus Dormagen gesichert: Frauke Hermann, die den heimischen Fans als Mitglied der "Starlettes" bestens bekannt ist, ist jetzt als Gitarristin mit dabei.

"Ich freue mich total auf den Auftritt in der Tanke", sagt die 37-Jährige. Sie war ziemlich überrascht, als sie im vergangenen Jahr von Matts Nicklas angesprochen und gefragt wurde, ob sie nicht mitspielen möchte. "Wir kennen uns natürlich schon länger." Es habe auf Anhieb gut gepasst, erzählt Hermann. Sie betont, dass ihr "musikalisches Fremdgehen" keine Auswirkungen auf die Starlettes haben wird, die ihr Nummer eins-Projekt ist und bleibt. "Es ist aber spannend, mal etwas anderes auszuprobieren." Wobei ausprobieren bei "TJCE", wie die Band der Einfachheit halber kürzelt, ein wichtiges Thema ist. Denn einer konkreten Stilrichtung hat sie sich nicht verschrieben. "Welche Stilrichtung?" überlegt Hermann, die in Göttingen geboren ist und mit Ehemann und Kind in Dormagen lebt, "schwierig, es ist vieles mit dabei, Punk, 80er, Pop, Alternative..." Ihr gefällt das unkomplizierte Zusammensein und Proben mit der Band, "jeder kann sich einbringen."

Am 4. Mai wird "The Jesus Christ Experience" ihr zweites Album "Up" live in der Take präsentieren. "Es wurde auch live eingespielt, daher ist es recht authentisch."

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Willie Goergens, der sich lange ausschließlich dem Blues gewidmet hatte, freut sich natürlich über die Reaktivierung der Band, deren letztes aktives Gründungsmitglied er ist, wenngleich Matts Nicklas und René Lachnicht auch schon in den 1990-er Jahren mit im Boot waren. "Die hing eh ständig bei uns im Proberaum, da kann sie auch direkt mitspielen", würdigt er Neuzugang Frauke Hermann - was alles andere als despektierlich gemeint ist. "Sie hat alles auf den Kopf gestellt und unserer Musik die dringend nötigen Farbtupfer besorgt und sie auch ,enthärtet', was alles andere als negativ ist", sagt Goergens (56), der seine erste Band mit zehn Jahren gegründet hat und zurzeit viel als Solist unterwegs ist - nicht nur, aber auch im Raum Köln/Bonn.

"Und was auch sehr gut ist: Ich kann mich aufs Singen konzentrieren, sie spielt eh besser Gitarre", geizt Goergens nicht mit Lob. "Es war auf jeden Fall eine wichtige und klasse Veränderung, sie mit ins Boot zu nehmen." Dass sie "ziemlich überambitioniert" sei und "man sie gelegentlich an die Kette legen muss", werden die beiden wohl ebenso unter sich ausmachen, wie Goergens' Vermutung, Frauke Hermann habe "wohl noch mit Puppen gespielt", als TJCE vor mehr als 25 Jahren erstmals auf der Bühne stand.

Goergens trat in den vergangenen Jahren viel mit seiner Band "They play the Blues" auf. Nach dem plötzlichen Tod von Bassist Raimund Stamm im Februar standen die Mitglieder verständlicherweise unter Schock. "Wir haben uns aber entschlossen weiterzumachen", sagt Goergens. Live-Aufritte sind für den Vollblutmusiker nach wie vor ein Lebenselixier, aber nicht ganz so wild wie in den frühen 1990-ern. "Ich trete jetzt seit 40 Jahren auf und irgendwann fordert der wilde Rock auch seinen Tribut", sagt Goergens.

(NGZ)