Künstler Robert Küppers tanzte für Ex-Bundespräsidenten

Tanzprojekte von Robert Küppers: Nievenheimer Künstler tanzte für Gauck

Er malt, stellt Kunstobjekte her und fotografiert – jetzt tanzt Robert Küppers für mehrere Projekte. Zu seiner Tanz-Leidenschaft kommt seine neu entdeckte Liebe zu Traktoren.

Die Neugier auf Menschen und Erlebnisse treibt den Nievenheimer Künstler Robert Küppers seit Jahren an. Er findet in der Natur, in Alltagsgegenständen und Momentaufnahmen immer wieder Neues, das er zu Kunstwerken verarbeitet: Ob mit der Kamera, als Objektkunst oder mit einer Performance. Seit 2008 hat der sympathische Künstler, der seine Fotos und Objekte auch bei der Dormagener Gemeinschaftsausstellung „D’Art“ präsentiert hat, zudem das Tanzen für sich „wiederentdeckt“: „Ich tanze sehr gern, das ist für mich Ausdruckskunst auf sehr emotionaler Ebene“, beschreibt er seine Leidenschaft für „Modern Dance Theatre“, die bereits zu einigen Projekten geführt hat, so ist er als Tänzer auch bei Pina Bausch in Wuppertal aktiv und trat im Tanzhaus NRW in Düsseldorf auf. Vor ein paar Wochen hatte er als Tänzer eine besondere Begegnung mit Altbundespräsident Joachim Gauck.

Für ein Tanzprojekt mit Jugendlichen der Gruppe „Urbanatix“ wurden „ein paar Oldies gesucht“, wie der Mitt-Sechziger lachend erzählt. Der Kontakt kam über eine ehemalige Tänzerin und Mitarbeiterin des Pina-Bausch-Theaters zustande, die Robert Küppers kannte. „Ich habe zugesagt, ohne die Gruppe oder den Tanz zu kennen“, erklärt Küppers. Aber die sechs älteren Tänzer und die zahlreichen Jugendlichen harmonierten bei den HipHop-Schritten bestens. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir nur wenige Stunden geprobt haben“, berichtet der Nievenheimer: „Das Schöne beim Tanzen ist, dass man ohne Berührungsängste vielen tollen Menschen begegnet.“ In Gütersloh trat die gemischte Gruppe als Untermalung zwischen den Reden beim Reinhard-Mohn-Preis auf, der Joachim Gauck verliehen wurde. Der Ex-Bundespräsident ging vor die Bühne und bedankte sich bei einigen Jugendlichen mit Abklatschen, so Küppers: „Und ich hatte das Glück, direkt neben den drei Jugendlichen zu stehen.“

Auch für ein anderes Tanz-Projekt trat Küppers in diesem Jahr an: In einem Parkhaus tanzte er für ein Musik-Video zwischen den Säulen umher. „Ich spiele einen Parkhauswächter, der sich nachts unbeobachtet fühlt und über mehrere Etagen tanzt, bis er gesehen wird“, erläutert er. Die „Moves“ hat er in drei Proben mit Choreographen im Tanzstudio einstudiert, durfte aber auch viel improvisieren. „Da habe ich mich auf meine Intuition verlassen“, weist er auf Herausforderungen der besonderen Art hin: „Ich musste auf einer schiefen Ebene rückwärts wie Michael Jackson im Moonwalk hochtanzen.“ Die Aufnahmen wurden von Sonntagabend um 17 Uhr bis Montagmorgen um 5 Uhr durchgezogen – jeder „Take“ wurde drei Mal aufgenommen, mal schneller, mal langsamer. „Das war zwar anstrengend, aber eine tolle Erfahrung“, so Küppers.

Eine relativ „neue Liebe“ sind Traktoren: „Ich fahre mit großer Freude meinen Oldtimer-Trecker durch die Gegend“, erklärt Robert Küppers, der auch beim Traktorentreffen am Samstag, 21. Juli, von 11 bis 17 Uhr beim „Tag der offenen Tür“ beim BSV Dormagen auf dem Schützenhaus-Gelände dabei ist. Vielleicht lässt sich das alles künstlerisch verbinden. So schwebt Küppers eine „Performance auf dem Feld, sozusagen Land Art“, vor.