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Dormagen: Künstler mit Hang zur Extravaganz

Dormagen : Künstler mit Hang zur Extravaganz

Im Atelier des Kunstvereins Galerie-Werkstatt ist derzeit die erste Einzelausstellung von Eckard Höft zu sehen. Seine Werke zeigen Knechtsteden, Hombroich so wie Personen und Orte, die ihn inspirieren. Die Werke sind vielfältig, haben eines gemeinsam: frohe und knallige Farben.

Ausgefallene Auftritte und extravagante Kleidung sind ihr Markenzeichen. Grace Jones mag es bunt und schrill. Ebenso wie Eckard Höft, der aktuell im Atelier des Kunstvereins Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen ausstellt. Mit der amerikanischen Sängerin teilt Höft Eigenschaften und Charakterzüge. Auch er mag es extravagant. Er provoziert gerne und bedient sich dabei verschiedener Kunststile.

Bereits auf dem Weg durch das sonst so ruhige Kloster Knechtsteden zum Atelier ist die Musik von Grace Jones zu hören. Ungewohnt wirkt die Discomusik in dieser Umgebung. In den Räumen des Kunstvereins verschmilzt sie jedoch mit Höfts Werken — zu einer Einheit. So vielfältig Jones Kleidergeschmack scheint, so vielfältig sind Höfts Acrylbilder.

Vom klassischen Stillleben bis hin zu Pop-Art-Werken reicht die Bandbreite, die er in Knechtsteden präsentiert. Grace Jones hat den 59-Jährigen inspiriert. So verwundert es nicht, dass ein Bild von ihr sein Lieblingswerk wurde und im Mittelpunkt seiner ersten Einzelausstellung steht.

Höft malt erst seit fünf Jahren. Eine schwere Erkrankung zwang ihn, seinen Beruf als Versicherungskaufmann aufzugeben. "Ich war schon immer ein kreativer Mensch", beschreibt er. Kreativität bewies Höft bereits bei der Vernissage: "Wir haben die Musik richtig laut aufgedreht. Los ging es um 20.20 Uhr." Eine Vernissage mit Kaffee und Kuchen könne schließlich Jeder.

Für Höft, den seine Freunde nur Ecki rufen, muss es stets etwas ausgefallener sein. "Ich mag es bunt und fröhlich", ergänzt der Mann mit den sportlichen, magentafarbenen Schuhen. Sein farbenfrohes Gemüt spiegelt sich auch in seiner Kunst wieder. "Ich kopiere und interpretiere unter anderem Werke von Norbert Bisky und David Hockney. Meine Farben sind allerdings schöner", fügt er hinzu.

Die Malerei ist für Höft eine Form, zu innerer Ausgeglichenheit zu kommen. Bei der Neusser Volkshochschule besucht er die Kurse von Rainer Schmidt. "Dort habe ich auch vom Kunstverein Galerie-Werkstatt erfahren", erinnert sich Höft, der seit seinem 17. Lebensjahr in Grimlinghausen wohnt.

Zu seinem zweiten Zuhause ist seitdem Knechtsteden, ein Ort der Ruhe und Inspiration geworden, den er mit vielen Künstlern teilt. Im Kunstverein gehört er der Mittwochsgruppe an. "Wir sind zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Jede Woche kocht einer von uns für die anderen Künstler", erzählt Höft. In der kreativen Atmosphäre fühlt er sich wohl. An Ideen für neue Werke mangelt es nicht. "Ich habe mehr Ideen als ich je umsetzen kann", sagt der Neusser.

Ideenreichtum auch diese Eigenschaft teilt Höft mit seinem lebensfrohen Idol Grace Jones, die sich stets neu erfindet. Seine Kunst lebt ebenfalls von dieser Fähigkeit.

(NGZ)