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Dormagen: Kümmerer für Mensch und Tier

Dormagen : Kümmerer für Mensch und Tier

Vor fünf Jahren wurde Heinz-Karl Rehbein zum Vorsitzenden des Hackenbroicher Tierheims gewählt. Davor arbeitete der 67-Jährige in der Pharmaindustrie und besuchte Ärzte, die heroinabhängige Patienten behandeln.

In der Gegenwart kümmert sich Heinz-Karl Rehbein als Vorsitzender des Hackenbroicher Tierheims vor allem um Vierbeiner. Doch in der Vergangenheit galt sein Hauptaugenmerk den Menschen. "Wer sich mit Heroinabhängigen beschäftigt, sollte kein Mitleid mit ihnen haben", meint Rehbein. Denn damit erreiche man nichts. Die Menschen, mit denen er sich 35 Jahre beschäftigt hat, tun ihm nicht leid. "Es sind Leute wie Du und ich, aber sie sind krank", sagt Rehbein. Während er für einen bekannten Pharmakonzern arbeitete, war er auch auf Intensivstationen, sah Menschen, "die fern vom eigentlichen Leben waren".

Wer sich mit den Abhängigen beschäftigt, müsse die Arbeit rational als Notwendigkeit sehen. Rehbeins Aufgabe war es, Ärzte zu beraten, die heroinabhängige Patienten behandeln. Ihnen half er, die Therapien zu verbessern, gleichzeitig stellte er ihnen neue Medikamente vor. "Ich hätte gerne noch länger in dem Bereich gearbeitet. Es war sehr interessant und hat mir viel Spaß gemacht", erzählt der Pulheimer.

Aber auch für Tiere begeistert sich Rehbein. "Schon immer" habe er Hunde gehabt. Seit fünf Jahren ist er nun ehrenamtlicher Vorsitzender des Tierheimes in Hackenbroich und gleichzeitig auch des Tierschutzvereins in Dormagen. "Ich beschäftige mich eigentlich mit allem, außer mit den Tieren", sagt Rehbein. Dafür sei Dr. Ulrike Goldbeck zuständig, die das Tierheim leitet. Seine Aufgaben liegen eher im Personal-, Versorgungs- und Baubereich. Dazu gehören zum Beispiel die Ausbildung neuer Kräfte sowie verschiedene Reparaturen. Auch, als es vergangene Woche stark regnete, musste Rehbein helfen: Er brachte die dreckige Wäsche zur Wäscherei, nachdem die Waschmaschine beim Unwetter kaputtgegangen war. "Oft bekommen wir auch Hunde, die problematisch sind, weil sie von ihren Herrchen nicht gut behandelt wurden", erzählt Rehbein. Für diese organisiert er einen Hundetrainer.

Für den 67-Jährigen bedeutet die ehrenamtliche Tätigkeit sehr viel. Ihm sei wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und sich gut verstehen. "Wenn es Streitigkeiten gibt, versuche ich, einen Ausgleich zu schaffen", sagt er. Respekt sei sehr wichtig. Egal, ob bei der Arbeit mit Tieren oder Menschen. "Wer respektiert werden möchte, sollte auch anderen mit Respekt begegnen", lautet Rehbeins Philosophie.

Ein Leben ohne Tiere? Das gibt es für den Pulheimer nicht. Auch in den Camping-Urlaub kommen seine beiden Hunde mit. Am liebsten fährt er mit ihnen und seiner Frau nach Frankreich, das "Paradies für Hunde", wie Rehbein meint. Aber auch nach Sizilien würde er gerne einmal reisen, zwei Monate lang. Ein weiteres Ziel: "Ich habe ein Auto von 1954. Das würde ich gerne ein weiteres Mal restaurieren", sagt er.

(NGZ)