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evd-Energieversorgung Dormagen: Krüger: Toro-Reise zu teuer

evd-Energieversorgung Dormagen : Krüger: Toro-Reise zu teuer

Die höchst umstrittene Reise des Aufsichtsrats der evd-Energieversorgung Dormagen im vergangenen Frühjahr nach Amsterdam hat im Denken mancher Politiker in der Stadt tiefe Spuren hinterlassen. Sie wittern jetzt bei der geplanten Reise in die spanische Partnerstadt Toro ein ausgeprägtes Nassauertum mancher Politiker und Verwaltungsmitarbeiter.

Einer der Gegner einer Lustreise auf Kosten der Stadt ist Dr. Dietrich Krueger von den BfD, Bürger für Dormagen. Krueger hält die Partnerschaft für sinnvoll, will sie auch durch gegenseitige Besucher mit Leben füllen - nur die Politiker und Rathaus-Bediensteten sollten sie aus eigener Tasche bezahlen, so seine Forderung. Kruegers gegenüber der NGZ: "Wir müssen alle sparen, und sollten bei solchen Beträgen beginnen."

Nach seiner Ansicht wäre es sinnvoller, mit diesen Geldern einen Jugendaustausch zu fördfern oder aber zum Beispiel einen Spielplatz in Rheinfeld wieder mit Spielgeräten zu bestücken. Nach dieser Ansicht passt es einfach nicht mehr in die Zeit, solche Reisen auf Kosten des Steuerzahlers zu unternehmen.

Vom 3. bis 7. Dezember fliegt eine zwölfköpfige Delegation aus Dormagen in die spanische Partnerstadt. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der offiziellen Verbindung beider Städte. Im Frühsommer war eine 16-köpfige Delegation aus der spanischen Stadt in Dormagen, wurde hier untergebracht und bewirtet, natürlich auf Kosten der Stadt. Nach Angaben von Guido Schenk, Kommunikations-Dezernent im Dormagener Rathaus sei es eine "Selbstverständlichkeit, dass eine Städtepartnerschaft mit Leben gefüllt wird."

Und dazu gehören auch gegenseitige Besuche, die auf offizieller Basis laufen. Geplant gewesen sei die Reise bereits vor Monaten, musste aber zwei Mal verschoben werden, solle aber in jedem Fall noch in dem Jahr des Zehnjährigen erfolgen.

Mit der Begrenzung auf zwölf Teilnehmer habe sich die Stadt eine Selbstbeschränkung auferlegt. Die Kosten betragen in erster Linie 224 Euro für den Flug, die Gelder für Bewirtung und Unterbringung trägt die Partnerstadt. Diese letzten Kosten sind im übrigen erstattungsfähig aus dem Programm der Europäischen Gemeinschaft, das solche Partnerschaften fördert.

Die Dormagener Reisegruppe besteht aus fünf Ratsmitgliedern, je zwei von von CDU und SPD und einem Vertreter der kleinen Fraktionen, dem Bürgermeister, Dezernent Guido Schenk und Harald Schlimgen als Produktverantwortlichem.Die Kosten für Rat und Verwaltung trägt das Stadtsäckel, wobei Schlimgen zusammen mit einem Vertreter der Deutsch-Hispanischen Gesellschaft (DHG) mit dem Auto fährt, um das Gastgeschenk, einen Baum zu transportieren. Die übrigen Mitreisenden von der DHG, der Werbegemeinschaft und der Presse reisen auf eigene Kosten.

(NGZ)