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Dormagen: Kritik an Stadtvermarktung

Dormagen : Kritik an Stadtvermarktung

Mit harschen Worten hat CDU-Stadtverbandsvorsitzender André Heryschek die Vermarktung der Stadt kritisiert. Die Maßnahmen seien unkoordiniert. Alleine ist er mit dieser Meinung nicht. Doch ist für eine Verbesserung Geld da?

Für seine Diplomatie ist André Heryschek nicht unbedingt bekannt. Und so verwunderte es nicht, als der CDU-Stadtverbandschef starke Worte fand für seine Kritik am Stadtmarketing: Maßnahmen liefen unkoordiniert nebeneinander her, er sehe konzeptionell-handwerkliche Fehler, Standortvorteile würden nicht gebündelt wahrgenommen.

Ohne Hintergrund sind die Äußerungen und Forderungen Heryscheks nicht. Er hat sich in einem 26-seitigen Studienbericht mit der Stadt Dormagen im Kontext des demographischen Wandels beschäftigt. Er plädiert dafür, Dormagen als eine Wohn- und Wohlfühlstadt zu werben. "Wir müssen versuchen, anderen Kommunen junge Familien abzuwerben", sagt Heryschek, der die Stadt auch aus unternehmerischer Sicht betrachtet.

Dormagen müsse eine Corporate Identity, also die Summe der charakteristischen Eigenschaften der Stadt zu einer Identität formen. Ein Zugehörigkeitsgefühl müsse erschaffen werden. Ein Beispiel sei die Kinderfreundlichkeit Dormagens, auf die die Stadt stolz sein könne. Ganz alleine ist der CDU-Stadtverbandschef mit seiner Kritik nicht. Dietrich Krueger, Fraktionschef der Bürger für Dormagen (BfD), sieht "Verbesserungspotenzial".

Das Stadtmarketing bezeichnet er als einen Pflegefall. In den anderen Fraktionen wird die Sachlage vorsichtiger bewertet. Natürlich könne das Stadtmarketing verbessert werden, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. Er würde aber nicht sagen, dass konkret der Schuh drückt. "Das Stadtmarketing hat aber andere Aufgaben als Familien nach Dormagen zu holen", findet der SPD-Mann. Die FDP will das Stadtmarketing zumindest auf den Prüfstand stellen.

Interne Arbeitskreise

"Wir haben interne Arbeitskreise gebildet", sagt Karlheinz Meyer, Fraktionschef der Liberalen. Auch wenn er die Worte von André Heryschek "übertrieben" findet, wolle er konkrete Ideen des CDU-Stadtverbandschefs wohlwollend bewerten und unterstützen. Aus Meyers Sicht hat sich indes schon etwas getan: "Wir müssen wertschätzen, dass SVGD und Werbegemeinschaft inzwischen an einem Strang ziehen."

Die Stadtmarketing und -verkehrsgesellschaft (SVGD), an die die Kritik gerichtet war, wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Wiljo Wimmer, Aufsichtsratschef der SVGD und CDU-Fraktionschef, sitzt aufgrund seiner Funktionen zwischen den Stühlen: "Man kann sich immer mehr vorstellen und man kann das auch fordern, doch man muss das auch finanzieren können." Wimmer meint, dass die SVGD unter den gegebenen Bedingungen das Machbare realisiert.

(NGZ)