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Dormagen: Kritik an der Stadt wegen Obdachlosenheim

Dormagen : Kritik an der Stadt wegen Obdachlosenheim

Die Pläne der Stadt Obdachlose in einem Gebäude an der Gabrielstraße unterzubringen stoßen auf Widerstand. Die "Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath" hält eine solche Ansiedlung für "sozial unverträglich", wie es die Sprecher Andrea Johann und Peter Jacobs in einem Schreiben an ihre Mitstreiter formulieren.

Konkret geht es darum: Die Stadt organisiert ihr Konzept zur Unterbringung neu. Unter anderem soll das Wohnheim Gabrielstraße, das mit Jahresbeginn aus der Landesbindung für Asylbewerber gefallen ist, demnächst mit Obdachlosen belegt werden. Die dort untergebrachten Asylbewerber werden in das Wohnheim an der Rheinfelder Straße verlegt. An der Gabrielstraße sollen dann laut Verwaltung sieben bis neun Obdachlose aus der Unterkunft am Rudolf-Harbig-Weg in Horrem einziehen.

Dagegen regt sich Kritik der Initiative. Jacobs wird deutlich: Das bedeute für die Familien der umliegenden Ein- und Mehrfamilienhäuser, dass sie mit "massiven Konflikten in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft rechnen müssen". Die Initiativen-Sprecher glauben auch, dass dadurch Neuansiedler aus den Ballungsräumen Delrath meiden werden. Jacobs und Johann betonen: "Es geht nicht darum, Menschen auszugrenzen, die in Not geraten sind. Die Delrather haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie beispielsweise Asylsuchenden mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben." Jetzt glauben sie, es mit Menschen mit Gewaltpotenzial zu tun zu bekommen. "Das sprengt den Rahmen der möglichen Nachbarschaftshilfe." Denn die Obdachlosen bedürfen "permanenter professioneller Betreuung und Überwachung", sagen sie. Da dies "offensichtlich nicht gewährleistet ist" lehnt die Bürgerinitiative die Pläne der Stadt ab.

Die Stadt beabsichtigt übrigens, das Gebäude nach einem Jahr an einen privaten Investor zu verkaufen.

(schum)