Textilkunst in Zons Neue Ausstellung im Kreismuseum eröffnet

Zons · Die Textilkünstlerinnen Gabi Mett, Pascale Goldberg und Judith Mundwiler setzen sich künstlerisch mit dem Werk Helmut Hahns auseinander. Dabei nutzen sie verschiedene Materialien und Techniken, um mit Hahn in künstlerischen Dialog zu treten.

Die neue Ausstellung im Kreismuseum Zons wurde eröffnet von (v.l.) Gabi Mett, Judith   Mundwiler       , Pascale Goldenberg, Myriam Wahl und Verena   Rangol       .  .

Die neue Ausstellung im Kreismuseum Zons wurde eröffnet von (v.l.) Gabi Mett, Judith Mundwiler , Pascale Goldenberg, Myriam Wahl und Verena Rangol . .

Foto: Georg Salzburg (salz)

Das Kreismuseum Zons hat eine neue Sonderausstellung. Die Künstlerinnen Pascale Gorldenberg, Gabi Mett und Judith Mundwiler setzen sich dabei mit den Werken Helmut Hahns auseinander. Unter dem Titel „T.O.P. Connection. Textile Open Project“ verbinden die drei Textil-Künstlerinnen ihr eigenes Werk mit dem des gebürtigen Mönchengladbachers.

„Es ist ein etwas sperriger Titel für eine äußerst unsperrige Ausstellung“, betont die kommissarische Museumsleiterin Verena Rangol. In der Tat ist den seit Jahrzehnten befreundeten und regelmäßig zusammen arbeitenden Frauen eine Exposition von enormer Form- und Farbenvielfalt gelungen. Die Stofflichkeit und Körperlichkeit ihrer Kunst hätte dem 1975 in Korschenbroich verstorbenen Namenspatron der Ausstellung sicherlich zugesagt. Helmut Hahn sei laut Verena Rangol schließlich ein „künstlerischer Tausendsassa“ gewesen. „Ähnlich wie die drei Damen“, sagt die kommissarische Museumsleiterin mit Bezug auf Mundwiler, Mett und Goldberg. Hahn habe sich mit allen möglichen Materialien und Ausdrucksformen beschäftigt, darunter Zeichnungen, Collagen, Radierungen oder Fotoverfremdungen. „Und eben auch Textilien“, so Rangol. Daher sei die Anfrage von Gabi Mett und ihren Kolleginnen nach einer Ausstellungsmöglichkeit so willkommen gewesen. Die drei „Textilerinnen aus Überzeugung“ hatten bis vor Kurzem ihre Ausstellung „T.O.P. Secret“ in Heidelberg beendet, um anschließend direkt in Zons ihre textilkünstlerischen Zelte aufzuschlagen. „T.O.P. Connection“ sei als Fortführung der Ausstellung in Heidelberg konzipiert, jedoch mit anderer Objektauswahl und einem anderen Schwerpunkt. Dieser Schwerpunkt heißt Helmut Hahn. „Wir haben uns sehr über die Anfrage gefreut. Die Voraussetzung war aber, dass wir gemeinsam einen Bezug zu Helmut Hahn bekommen. Das hat wunderbar geklappt“, sagte Rangol.

Etwa alle fünf Jahre präsentiert das Kreismuseum Zons Hahns Werk unter verschiedenen Gesichtspunkten. Möglich macht das eine umfangreiche Sammlung, die das Museum beherbergt. Zahlreiche Werke Helmut Hahns wurden 1989 dem Rhein-Kreis Neuss geschenkt und zur Aufbewahrung und Bearbeitung dem Museum in Zons übergeben. „Wir können daher angesichts der Vielfalt nicht sagen, dass uns die Themen zum Künstler ausgehen. Aber es ist schön, diesmal Sichtweisen von außen zu haben“, sagt Verena Rangol. Aufgabe der Künstlerinnen war es sodann, Verknüpfungspunkte zu finden. Dabei half ihnen die thematische Weite ihrer Ausstellung, deren Titel die mögliche Öffnung und Offenheit gegenüber anderen Künstlern und Konzepten bereits verrät. So konnten die drei Frauen mit ihren Werken in einen bemerkenswerten Dialog mit denen Hahns treten.

Bereits im Eingangsbereich der Ausstellung zeigt sich die kreative Ausstrahlung der so unterschiedlichen und in ihrem Schaffen doch so kongruenten Künstlerinnen. Die Schweizerin Judith Mundwiler, die auch Kinderbuchautorin ist, schuf mit ihrer Arbeit „Tagtäglich“ eine beeindruckende Collage aus verschiedenen Papierstücken, die im alltäglichen Leben verwendet werden. Dafür sammelte sie ein Jahr lang Eintrittskarten, Quittungen, Tickets oder Ähnliches. Die bunte Papiervielfalt bestickte sie anschließend mit einem Netz. „Auch wenn wir in einem digitalen Zeitalter leben, ist es erstaunlich, wie viel Papier wir täglich noch immer benutzen“, sagt sie.

Die Französin Pascale Goldberg wählte für ihr Werk „Stola“ für den Anfang der Ausstellung. Ein aus Sekt-Agraffen erschaffenes Konstrukt, angebracht an einem alten Stück Strandholz, das in abstrakter Weise die namensgebende Tracht darstellt. „Die Wiederverwertung ist ein Markenzeichen meiner Arbeit“, sagt Goldberg, die regelmäßig in Afghanistan Textilworkshops für Frauen leitet. Die Essenerin Gabi Mett lieferte mit ihrem „Traumkleid“ den vielleicht offensichtlichsten Bezug zur Textilkunst Helmut Hahns.

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