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Dormagen: Kreis setzt Archiv-Erweiterung in Zons aus

Dormagen : Kreis setzt Archiv-Erweiterung in Zons aus

Denkmalbehörden kritisieren äußere Gestaltung. Konsequenz: Neuer Entwurf oder Verlagerung nach Grevenbroich.

Der Rhein-Kreis Neuss hat seine Pläne, in Zons an der Stelle des Bürgerhauses einen Erweiterungsbau des Kreisarchivs zu errichten, gestern vorerst ausgesetzt. Nach einem Gespräch des Bauherrn mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege und der Stadt Dormagen als Unterer Denkmalbehörde ist klar, dass der Entwurf des Erweiterungsbaus in seiner äußeren Ausgestaltung nicht die Zustimmung der Denkmalbehörden erhalten würde.

Kritisiert wurden nach der NGZ vorliegenden Informationen die Materialität des Daches, die uneinheitliche Fensteranordnung und die fehlende Ausgestaltung der Dach-Traufe. Folgt der Rhein-Kreis, vertreten durch Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes und Michael Baumeister, Leiter der Kreis-Gebäudewirtschaft, den massiven Änderungswünschen von Haupt-Landeskonservator Ludger J. Sutthoff, wäre die Grundidee des Gebäudes zerstört.

Nun zieht der Kreis die Konsequenzen: Entweder gibt es einen neuen Entwurf — oder der Standort wird gewechselt. Dann könnte die alte Landwirtschaftsschule an der Schlossstraße in Grevenbroich eine Alternative sein, ein Vorschlag der SPD-Kreistagsfraktion. Eine Trennung von Archivgebäude in Zons und notwendiger Erweiterung hatte Kreisarchivar Stephen Schröder mehrfach abgelehnt: "Das behindert nicht nur Arbeit und Forschung, sondern gefährdet das Archivgut durch Transporte, die zudem hohe Kosten verursachen."

Dem Vernehmen nach wurde ein für nächste Woche vereinbartes Gespräch zwischen dem Kreis und Bürgermeister Hoffmann wegen der neuen Lage nun vom Kreis abgesagt. Seit gestern ist mit einer schnellen Realisierung des Baus nicht mehr zu rechnen, zumal noch kein Planungsrecht geschaffen wurde. Allerdings hat nach dem Stadtrat am Dienstag nun gestern auch die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) die Verkaufsbeschlüsse für die Grundstücke getroffen. "Ich hoffe, dass es zu einem konsensfähigen Entwurf kommt", sagte SVGD-Aufsichtsratsvorsitzender Wiljo Wimmer auf Anfrage der NGZ.

Die Erweiterung des Archivs nicht in Zons, sondern in Grevenbroich zu verwirklichen, hält Wimmer für "schlecht". Durch die Kritik der Denkmalpfleger sieht er aber bestätigt, dass sich alle Bauherren an Vorgaben halten müssen: "Die wesentliche Kritik der Anwohner, wie sie in mehreren Foren deutlich wurde, wird auch von den Experten geteilt", sagte Wimmer.

Die Stadt, die "ein enormes Interesse an der Beseitigung des Schandflecks hat", wie Pressesprecher Harald Schlimgen betonte, sieht noch "einige Gestaltungsfragen, über die gestern Morgen kein Konsens erzielt werden konnte", für den Bauherren zu klären. Eine Verlagerung der Archiv-Erweiterung nach Grevenbroich kommentierte Schlimgen so: "Es gibt gültige Beschlüsse des Stadtrates und des Kreistags zum Standort Zons."

(NGZ)