Dormagen: Krankenstand im Rathaus steigt

Dormagen : Krankenstand im Rathaus steigt

Die Mitarbeiter der Dormagener Stadtverwaltung sind 2010 öfter krank gewesen als in den Jahren zuvor. Innerhalb von fünf Jahren stieg der Krankenstand von 4,27 auf 5,37 Prozent. Für 2011 deutet sich ein weiterer Anstieg an.

Schwere körperliche Arbeit im Bauhof oder für das Grünflächenamt, kräftezehrende Feuerwehr-Einsätze oder besondere Beanspruchung durch Lärm und Stress in Kindertagesstätten – die Arbeit für eine Stadtverwaltung ist weit mehr als Büroarbeit, die allerdings wie jede Tätigkeit am Computer auch Kopfschmerzen oder Rücken- und Nackenleiden hervorrufen kann. Die Zahlen belegen, dass im Dormagener Rathaus innerhalb von fünf Jahren der Krankenstand von 4,27 Prozent im Jahr 2005 um mehr als ein Prozent auf 5,37 Prozent im Jahr 2010 gestiegen ist.

"Ein Vergleich mit den 7,19 Prozent des Krankenstandes der Bundesverwaltung macht deutlich, dass wir hier gesund aufgestellt sind", erklärte Ulrich Millen, Leiter des Services Zentrale Dienste. Auch in der gewerblichen Wirtschaft liege die Quote mit 5,89 Prozent deutlich höher als im Dormagener Rathaus, dessen Krankenstand etwas über dem des Rhein-Kreises Neuss liegt, für den die AOK Rheinland/Hamburg für 2010 die Quote 5,16 Prozent angegeben hat. Zu berücksichtigen sei allerdings, so Ulrich Millen, dass jeder Tag, an dem ein städtischer Mitarbeiter wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ohne ärztliches Attest zu Hause bleibe, in der Rathaus-Statistik als "kranker Tag" geführt werde – und bei den Kassen nur bei Krankschreibung.

In der Stadtverwaltung Dormagen waren im Jahr 2010 pro Tag im Schnitt knapp 46 der rund 850 Mitarbeiter (darunter auch Teilzeitkräfte) krank, das entspricht einer Krankenstand-Quote von 5,37 Prozent. Bereinigt um Langzeitkranke sind es 4,37 Prozent, also knapp 37 fehlende Mitarbeiter am Tag. Für 2011 sind die Zahlen noch nicht komplett, allerdings geht Ulrich Millen davon aus, dass es eine leicht erhöhte Quote geben wird: "Aber das prüfen wir im Moment noch."

Laut DAK-Studie von 2010 war die öffentliche Verwaltung bundesweit bei den DAK-Versicherten die Branche mit dem höchsten Krankenstand: 4,0 Prozent im Gegensatz zu 3,4 Prozent insgesamt. In Neuss betrug 2010 der Krankenstand 5,2 Prozent.

Um die Rathaus-Beschäftigten fit zu machen, hat die Stadt Dormagen 2011 zum ersten Mal einen Gesundheitstag für die Mitarbeiter organisiert. "In Kooperation mit Krankenkassen wurden viele Tipps zur Fitness gegeben", erläutert Stadtpressesprecher Harald Schlimgen. Neben Infos, so stellten Dormagener Sportvereine ihr Angebot vor, gab es Gesundheits-Checks. Langfristig soll durch vermehrte Vorsorge und Übungen die Fitness und damit die Leistungsfähigkeit der Rathaus-Mitarbeiter erhöht werden.

(NGZ)
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