Dormagen: Kosten für Bus und Bad steigen

Dormagen: Kosten für Bus und Bad steigen

In der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) sind so verlustbringende Bereiche wie die Bäder, die Stadtbusse und die Parkhäuser zusammengefasst. Für den Ausgleich treten evd und Stadt ein.

Der Besuch im Nievenheimer Hallenbad kostet 2,50 Euro für den ganzen Tag. Um nur die Energiekosten zu decken, müsste die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) 1,85 Euro mehr nehmen. Um die Kosten voll zu decken, müssten die Besucher rund zehn Euro berappen. "Das wollen und werden wir nicht nehmen", sagt SVGD-Geschäftsführer Ulrich Pfister. Aber allein die Tatsache, "dass wir zu den günstigsten Anbietern in der weiten Umgebung gehören, lässt uns überlegen, ob wir die Preise moderat anheben werden", so Pfister. Der SVGD ist es zwar gelungen, die Anzahl der Badbesucher erneut um 18 000 auf 210 000 zu steigern – doch auch die Verluste vergrößerten sich auf mittlerweile 1,19 Millionen Euro.

Ein ähnliches Dilemma beim Öffentlichen Personennahverkehr: "Die StadtBus GmbH hat zwar rund 5,5 Millionen Personen befördert, doch die Verluste haben durch die Finanzierungs-Umstellungen im Schülerverkehr deutlich zugenommen." Im Klartext: Das Land zahlt erheblich weniger für den Schülertransport – die SVGD bleibt auf den Kosten sitzen. Bei Umsätzen von 3,3 Millionen Euro summierten sich die Verluste auf 1,73 Millionen Euro. Auch hier: "Wir erwarten eine moderate Preiserhöhung", kündigt Aufsichtsratsvorsitzender Wiljo Wimmer an.

Erfreulich haben sich die Parkhäuser entwickelt. "Das Parkhaus Nettergasse hat einen sehr guten Aufschwung genommen", so Pfister und Co-Geschäftsführer Klaus Schmitz. Die Umsätze von Kurz- und Dauerparkern stiegen um 9,5 Prozent, die Verluste sollen auf 28 700 Euro reduziert werden, 2007 lagen sie noch bei knapp 170 000 Euro. "Die Zahlen nähern sich einem neutralen Ergebnis an", so Wimmer. Verluste von 680 000 Euro kennzeichnen den Bereich Stadtmarketing und Märkte. Dazu gehören so unterschiedliche Bereiche wie die Wochenmärkte und der Tannenbusch, die Parkplätze in Zons und der Zons-Tourismus.

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Die SVGD kommt unter dem Strich auf knapp 3,5 Millionen Euro. Einen Teil dieser Verluste gleicht die Energieversorgung Dormagen (evd GmbH) aus. Wie viel das sein wird, konnte Wimmer noch nicht sagen. Der Aufsichtsrat der evd tagte erst gestern Abend. Die Zahlungen bewegten sich im vergangenen Jahr in einer Größenordnung von 1,8 Millionen Euro, früher erreichten diese Zahlungen schon einmal knapp drei Millionen Euro.

Der Rest kommt auf das Stadtsäckel zu. "Dafür",so der Aufsichtsratsvorsitzende, "bietet die SVGD ein hohes Maß an Lebensqualität in Dormagen." Die Gesellschaft stelle einen gut funktionierenden Nahverkehr im Stadtgebiet und in das Umland, die Möglichkeiten sportlicher Aktivitäten zu moderaten Preisen in Hallenbädern und im Tannenbusch und angemessene Preise beim Parken. Schließlich fördert die Gesellschaft mit den Märkten das Geschäft in City und den Stadtteilen.

(NGZ)
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