Kornelia Neuhaus leitet nun das BBZ in Dormagen.

Bildung: Neue BBZ-Leiterin hat auch Gärtner-Qualitäten

Kornelia Neuhaus hat am Berufsbildungszentrum ihren Dienst begonnen. Sie bringt viele Ideen mit. Vom Kollegium ist sie begeistert.

Kornelia Neuhaus ist eine vielseitig interessierte Frau. Abseits des Schulalltags treibt sie gerne Sport, liest Krimis (besonders die von skandinavischen Autoren) und bereist Städte. Dass ihr Garten indes bei ihren Freizeitaktivitäten einen besonders hohen Stellenwert genießt, hat durchaus auch mit ihrem Beruf zu tun, wie die neue Schulleiterin des Berufsbildungszentrums Dormagen sogleich einräumt. „Da gibt es Parallelen“, sagt sie. Denn Dinge wachsen zu sehen, sie zu hegen und zu pflegen – daraus zieht sie nicht nur daheim in Dinslaken bei ihren Pflanzen Gewinn, sondern auch im Job. Und der steht klar im Vordergrund, denn Neuhaus, die zuletzt stellvertretende Schulleiterin am Mildred-Scheel-Berufskolleg in Solingen war, ist mit vielen Ideen und Zielen nach Dormagen gewechselt.

„Ich möchte das BBZ weiter stärken und ausbauen“, kündigt sie an. Ein Ansatz soll die Ausweitung sozialer Projekte sein, auch im Bereich Sport. Neuhaus verspricht sich davon unterstützende Wirkung bei der Eingliederung der aktuell gut 70 Schüler mit Migrationshintergrund in den drei Internationalen Förderklassen, die sie nicht nur fit für den ersten Arbeitsmarkt machen will, sondern auch in die Gesellschaft integrieren möchte. Eine Menge Positives hat sie in dazu bei Dienstantritt am BBZ bereits vorgefunden, zum Beispiel ein Patensystem, bei dem deutsche Schüler den aus dem Ausland stammenden die Eingewöhnung erleichtern. „Mir wurde schon berichtet, dass das sehr gut klappt. Teilweise verbringen die Paten und die ihnen anvertrauten Schüler sogar freiwillig die Freizeit miteinander“, erzählt die Schulleiterin.

Begeistert ist sie von ihrem Kollegium mit gut 50 Männern und Frauen. „Die sind sehr engagiert“, beschreibt sie ihren Eindruck aus den ersten beiden Wochen. Einige seien schon auf sie zugekommen, um zusätzliche außerschulische Aktivitäten mit ihr zu besprechen. „Und das ist nicht etwa von mir aufgedrückt“, betont Neuhaus. Ein anvisiertes Projekt ist die Umgestaltung des Schulhofes.

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Ein großes Kompliment spricht die Schulleiterin ihrem Stellvertreter Ralf Weber aus, der das BBZ mehrere Jahre lang kommissarisch geleitet hat –  und das unter sehr schwierigen Startbedingungen. Denn im Januar 2015 hatte das Berufsbildungszentrum auf einen Schlag sein Führungsduo Jörg Kazmierczak und Claus-Peter Woitschützke verloren, Weber musste quasi aus dem Stehgreif die Führung übernehmen. „Er wurde ins kalte Wasser geworfen und hat das sehr gut gemeistert“, urteilt Neuhaus, die hervorhebt, dass in dieser Zeit sogar die Schülerzahlen am BBZ wieder gestiegen seien (derzeit mehr als 1400). Auch auf das Projekt Internationale Förderklassen habe sich Weber eingelassen, obwohl es damit zuvor wenig Erfahrungen gab. „Ich kann mir keinen besseren Stellvertreter wünschen. Wir haben die selben Ziele und ziehen an einem Strang“, unterstreicht die Schulleiterin.

Nach den Sommerferien werden  Neuhaus und Weber gemeinsam eine neue Herausforderung in Angriff nehmen. Dann soll BFS 1 am BBZ starten. Der einjährige Berufsfachschulbildungsgang soll Hauptschüler mit Abschluss Klasse 9 zum Abschluss Klasse 10 führen. Danach könnten sie die Fachoberschulreife anstreben. Auch Schüler der Internationalen Förderklassen könnten dort unterrichtet werden und so ihre Deutschkenntnisse verbessern.