Konzert in Kulturkirche Dormagen: David Bowie Tribute

Konzert in der Kulturkirche Dormagen : Die Musik von David Bowie lebt weiter

Die Jakob Hansonis Band trat in Dormagen im Rahmen der Reihe „Friday Night“ auf.

„Wir hatten immer schon seine Musik gespielt, und irgendwann hat sich das verselbständigt.“ Der Zündfunke zur Band-Gründung sprang für Jakob Hansonis endgültig über, als der fantastische „Thin White Duke“ 2016 gestorben war. Von da an nahm sich die Band dieses viele Stile draufhabenden „Chamäleons“ an, das sich einst eine Menge Charaktere geschaffen hatte und in den unterschiedlichsten Maskeraden auftrat.

„Wir sind keine Coverband“, so ordnet der Frontmann die Spielweise seiner sechsköpfigen munteren Gruppe selbstbewusst ein. Stattdessen orientieren sie sich an den Original-Titeln und stellen den Duke nicht in Person dar. Davon war am Freitagabend in der Kulturkirche eine ganze Menge mitzuerleben. Ihre Versionen von bekannten wie unbekannten Bowie-Klassikern erklangen live und beschworen das Vorbild.

Auf der Bühne standen Jakob Hansonis, Gitarre und Vocal, Pit Hupperten, Vocal und Gitarre, Benno Müller vom Hofe, Drums, Helmuth Fass, Bass, Freddy Wingchen, Keyboard und Vocal. Den Ton besorgte Sebastian Jäger. So kam neben David Bowie in gleicher Weise die unternehmungslustige Jakob-Hansonis-Band über. Dabei kamen die Fans voll auf ihre Kosten, denn bei mancher Nummer der langen Set-Liste war der Wiedererkennungswert überdeutlich.

„Ziggy Stardust“, „China Girl“ in neuer Version, die Ballade „Space Oddity“ und das jedem Zuhörer einer bestimmten Altersklasse völlig geläufige „Heroes“ waren die tragenden Nummern. Da lief vor aller Augen und Ohren ein respektvolles Verneigen vor dem Bowie-Erbe ab, das anhaltend frische Vitalität ausstrahlt. Grönemeyer-Gitarrist Hansonis und seine Band-Mitglieder riefen ein komplettes Bowie-Programm ab.

Wenn in der Szene bewundernd kolportiert wird, dass David Bowie sich immer wieder neu erfand, so gilt das seit 2016 auch für die Jakob-Hansonis-Band. „Space-Oddity – a tribute to the man who fell to earth“ (eine Reminiszenz an Bowies erfolgreichsten und wirkungsstärksten Film) folgt den Spuren jenes Multitalents. Ihre Songs kommen  fesselnd über, nicht zuletzt, weil stellenweise auch der Modernisierungs-Stift angesetzt wurde. Mit neuem Arrangement erklingt die Musik noch rockiger.

Freilich wird nicht die Axt an Bowies Musik gelegt. Sie ist so resistent, dass die Musiker doch immer wieder den Pfad zurück zu den Originalen finden. Ihre Interpretationen stehen nun wieder auf einem ganz anderen Blatt. Für diese Herausforderungen brachte jedenfalls jedes einzelne Bandmitglied genügend Können auf die Bühne der Kulturkirche.

(klni)