Konzert in Dormagen: Barocke Klänge zum Kammerchor-Geburtstag

Konzert in Dormagen : Barocke Klänge zum Kammerchor-Geburtstag

Der Kammerchor an der Basilika Knechtsteden führte exakt das Musikprogramm wie bei seinem ersten Konzert vor 30 Jahren auf.

(nie) In der Filmwelt kommen Remakes meist als müde Langweiler über. In der Musik ist das nicht so, und erst recht nicht, wenn es um Komponisten dieses Ranges geht: Johann Sebastian Bach und Giovanni Battista Sammartini. Und wenn dann noch ein vorzügliches Ensemble unter der brillanten Leitung von Bert Schmitz hinzukommt, ist die Aufführung absolut perfekt. 30 Jahre sind seit dem ersten Konzert des Kammerchors an der Basilika Knechtsteden vergangen. Nun wurde genau diese Musik neu aufgeführt – mit ansteckend mitreißender Spiritualität. Es spielte in wunderbarer Abstimmung mit dem Basilika-Chor das Kölner Consortium Musica Sacra auf. Sowohl stimmlich als auch instrumental gab es noch einige Teilnehmer, die auch damals mit von der Partie waren.

Chormitglied Ulrike Schmitz erinnert sich: „Damals waren wir ganze 50, ein Teil davon Studenten und der damalige Basilikachor.“ Sängerin Anne André war vor 30 Jahren begeisterte Newcomerin und urteilt: „Heute ist die Intonation auf sehr viel höherem Niveau.“ Martin Burkhardt, damals wie heute am Violoncello: „Mit Bert Schmitz zu musizieren war immer schon eine große Freude. Stets ist er mit seiner positiven Ausstrahlung den Musikern lächelnd zugewandt.“

Da klingt das hohe Lob des Dirigats an, schwingen aber auch die großen Anforderungen an den Chor und das Instrumentalensemble mit. Ein Leit-Motto von Bert Schmitz kommt in den Sinn, wenn er davon spricht, „dass jeder Ton eine Stärke und eine Schwäche hat“. Beim Publikum kam freilich der Wohlklang als Großtat an und nahm auf eine ungemein sympathische Art mit. Die Einsätze stimmten ebenso wie die Tonführung auf den Punkt. Der Ausdruck schlug stets die geforderten Interpretationswege ein.

Das Halbrund des Chors dort vorn im Altarraum der Knechtsteder Basilika war weniger kopfstark als damals, aber sein Tönen füllte die altehrwürdige Basilika bis in den letzten Winkel. Bachs Motette „Jesu, meine Freude“ beglückte mit eingängigen Klängen, das „Konzert für Cembalo und Orchester“ berückte als ein vertrautes barockes Glanzstück, und das „Magnificat“ des Italieners entführte in lichte Tonsetzungen.