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Konzert des Männerchors Bayer Dormagen

Konzert in Dormagen-Knechtsteden : Sänger würdigen Jacques Offenbach

Der Männerchor Bayer Dormagen hatte in Knechtsteden einen großen Auftritt.

200 Jahre Jacques Offenbach, „´ne kölsche Jong“ mit dem Schalk im Nacken, diesem Jubiläum wurde am Sonntag in der Aula des Norbert-Gymnasiums gebührend Tribut gezollt. Zur bejubelten Aufführung kam mit der Operette „La Vie Parisienne“ beim Konzert des Männerchors Bayer Dormagen ein derzeit wenig aufgeführtes Stück. Das entfaltete seinen Charme ausgerechnet mit einer Hommage an das zu Offenbachs Zeiten (1819-1880) zur Blüte kommende Industriezeitalter. Temporeich ratterte, schnaufte und rumpelte es, dass es eine wahre Pracht war. „Je mehr Dampf, Qualm oder Lärm“, bemerkte Klaus Fischer, „umso mehr Fortschritt war dabei.“

Diese augenzwinkernde Reminiszenz des Vorsitzenden des Männerchors mag heute befremden, aber so war das Fin de Siècle eben, also das Ende des 19. Jahrhunderts. Geschwindigkeit war alles, Lebensgenuss pur, auch die Eitelkeiten kamen auf den Altar. So viel wie irgend möglich davon auf die Bühne zu bringen, darin bestand die große Kunst des Abends. Männerchor und Salonorchester, Sabine Laubach, Sopran, Kevin Dickmann und Andreas Post, Bariton, die drei Gesangssolisten, gaben Einblicke in die gehobene galante Szenerie.

Da lief ein vom exzellenten Dirigenten Roland Steinfeld aulagerecht umgeschriebenes, gekürztes und erweitertes Singspiel zum staunenden Vergnügen des vollbesetzen Hauses glanzvoll ab. Besonders viel beschäftigt war Sängerin Sabine Laubach, die ebenso wie ihre Bariton-Kollegen in unterschiedliche Rollen schlüpfte. Leichtfüßig warfen sie sich die tonalen Bälle zu, besangen Paris mit seinen Verführungen und ließen auch den wechselweisen Flirt nicht aus.

Um noch eins draufzusetzen, hat Arrangeur Roland Steinfeld mit „Ein Opernbesuch“ auch Anleihe bei George Bizets „Carmen“ genommen. Mit der Habanera und dem Toreador bewältigten die Solisten verblüffend nonchalant ihren Ausflug nach Spanien. Die musikalischen Herausforderungen waren beachtlich, und vor allem Sabine Laubach ragte mit ihrer Stimmgewalt heraus. Nach der Pause glänzte der Chor mit der Barcarole, einem weiteren Ausflug, diesmal zu „Hoffmanns Erzählungen“. Alles das kam beim Publikum glänzend an und ließ rauschenden Beifall aufbranden.