Dormagen: Konverter: Energiewende statt Kies

Dormagen: Konverter: Energiewende statt Kies

Rainer Thiel (SPD) sieht "gute Argumente" für Regionalplan-Änderung.

Die Vor-Entscheidung, ob der umstrittene Stromkonverter nach Kaarst, Gohr oder an einen anderen Ort im Rhein-Kreis Neuss kommt, könnte im zweiten Quartal 2017 fallen: Dann soll die Bezirksregierung Düsseldorf alle Argumente zum neuen Regionalplan bewertet haben. Spätestens dann ist klar, ob der Standort des für die Energiewende nötigen Stromumwandlers durch eine Änderung des Regionalplans oder ein aufwendiges Zielabweichungsverfahren gefunden wird.

Der Netzbetreiber Amprion hat im Oktober fristgerecht mit einer zehnseitigen Stellungnahme begründet, warum er das erste Verfahren bevorzugt, das eine Umwidmung der so genannten "Dreiecksfläche" in Kaarst - zwischen A 57, Bahnlinie und L 30 - zur Folge hätte: Die Bindung an Auskiesung müsste aufgelöst werden. Kommt der Konverter nicht nach Kaarst, geht Amprion davon aus, dass der zweite mögliche Standort in Gohr zum Zuge kommt. Diesen Automatismus hatten die SPD-Bürgermeister aus Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich kritisiert.

Laut Rainer Thiel MdL (SPD), Mitglied im Regionalrat, hat Amprion "gute Argumente" für den "mit Abstand besten Standort" auf der Dreiecksfläche geliefert. Jetzt lägen der Bezirksregierung genügend begründete Abwägungsargumente vor, die geeignet seien, der von Amprion beantragten Regionalplan-Änderung zu entsprechen. Die Dreiecksfläche ist der Standort mit dem weitesten Abstand zur geschlossenen Wohnbebauung aller 20 untersuchten Flächen.

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"Die Energiewende sollte wichtiger sein als das Kiesabkommen", sagte Thiel, der darauf aufmerksam macht, dass für die A 57 an gleicher Stelle schon mal eine Fläche aus der Kiesflächenbindung herausgenommen worden sei: "Damit hat die Bezirksregierung schon einmal einem Infrastrukturprojekt Vorrang vor Kiesabbau gegeben."

Der Kieskompromiss am Niederrhein sei für ihn kein Hinderungsgrund, so Thiel: "Es gibt keine Gefährdung der Rohstoffsicherheit. Der Versorgungszeitraum ist ausreichend groß, und die Fläche in Kaarst klein." Zudem habe die Kiesindustrie, so Thiel, angekündigt, der Energiewende da nicht im Wege stehen zu wollen.

(cw-)
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