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Dormagen: Konsequenzen nach Bürgerentscheid

Dormagen : Konsequenzen nach Bürgerentscheid

Nach dem Votum für die Römer-Therme streiten Politiker über die Folgen. Wimmer: "Ein Hallenbad reicht aus."

Der erfolgreiche Bürgerentscheid, bei dem sich 11 113 Dormagener für den Erhalt des Freibades Römer-Therme ausgesprochen haben, lässt die Politik unterschiedliche Konsequenzen ziehen. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Wiljo Wimmer ist nach dem klaren Votum für das Freibad "dessen Wasserfläche eine Konstante im Bäderkonzept".

Daher gibt es für ihn nur eine Deutung: "Zusätzlich zu dem von den Bürgern gewünschten Freibad reicht ein Hallenbad aus." Das sieht die Bürgerinitiative gegen den Bäderabriss Dormagen (BI Bad) naturgemäß anders: "Nur ein Hallenbad ist in der Praxis nicht geeignet, den Bäderbetrieb störungsfrei zu gewährleisten", so BI Bad-Sprecherin Kerstin Born. Der Erhalt der Römer-Therme dürfe nicht gegen die Sanierung der beiden Hallenbäder instrumentalisiert werden.

SPD-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister Erik Lierenfeld stellt die Sinnhaftigkeit des Bürgerentscheides insgesamt in Frage, da nach den mehr als 12 000 im Vorfeld vom TSV gesammelten Unterschriften der große Zuspruch für die Therme absehbar gewesen sei: "Das Ergebnis ist eindeutig — und war zu erwarten", weist er darauf hin, dass die Ratsmehrheit aus CDU, Grünen und FDP sowie den Bürgern für Dormagen es nicht zum Bürgerentscheid hätte kommen lassen sollen.

"Die 40 000 Euro für den Bürgerentscheid hätten wir sinnvoller verwenden können. Mal gucken, ob die Koalition daraus Lehren zieht", ergänzt Lierenfeld. Mit Blick auf den Entschluss von Wimmer, die Politik 2014 zu verlassen, merkte er an: "Vielleicht treten in der Union die Falschen von ihren Ämtern zurück."

Demgegenüber sieht sich CDU-Stadtverbandsvorsitzender André Heryschek in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Kompromiss-Vorschlag bestätigt: "Wir haben keine Empfehlung für oder gegen die Römer-Therme abgegeben, sondern wollten den Bürgerwillen abfragen." Jetzt gebe es einen klaren Auftrag der Dormagener an Politik und Verwaltung, das Freibad zu erhalten. "An unserer Ausgangslage ändert sich erst einmal nichts. Es bleibt weiterhin finanziell überaus eng", betont Heryschek.

Jetzt werde in den politischen Gremien mit Stadtverwaltung und dem TSV Bayer Dormagen als Betreiber der Römer-Therme gemeinsam überlegt, wie der notwendige städtische Zuschuss ins Haushaltssicherungskonzept eingearbeitet und gegenfinanziert werde. Der TSV habe nochmals signalisiert, die Senkung des Betriebskostendefizits der Therme zu forcieren, das sei ein gutes Signal. Heryschek sei gespannt, "wie die SPD die zusätzliche finanzielle Belastung im Haushalt abbilden möchte".

(NGZ/rl)