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Nach der Wahl in Dormagen: Parteien bereiten Ratsarbeit vor

Nach der Wahl in Dormagen : Parteien bereiten Ratsarbeit vor

Einige Fraktionsvorsitzende werden nächste Woche gewählt. Die ersten Sondierungsgespräche zwischen den Parteien werden bald aufgenommen.

Auch wenn sich CDU und SPD auch in Dormagen für die Landrats-Stichwahl am 27. September ins Zeug legen und Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) beziehungsweise Herausforderer Andreas Behncke (SPD) unterstützen, bereiten sich die Parteien auf die Ratsarbeit vor. In der nächsten Woche werden einige Fraktionsvorsitzende gewählt, zum Beispiel bei der SPD und den Grünen, und auch erste Sondierungsgespräche sollen bald aufgenommen werden.

Die SPD kann als Wahlsieger – mit 39,6 Prozent und 18 direkt geholten Ratsmandaten von 44 insgesamt im Stadtrat – auf die anderen Parteien zugehen. Wie Stadtverbandsvorsitzender Carsten Müller erklärte, werden zunächst Sondierungsgespräche geführt. Dabei wurden bereits am Wahlabend die Grünen als ein möglicher Partner genannt. Auch die CDU, für die Fraktionschef Kai Weber eine Beteiligung an einer Koalition enttäuscht ausschloss, soll angesprochen werden. Andere Gesprächspartner der SPD sind ebenfalls möglich, wenn auch weniger offensichtlich. Als möglicher Fraktionsvorsitzender der SPD werden der stellvertretende Bürgermeister Michael Dries und der ehemalige Fraktions-Vize Martin Voigt genannt. „Die Wahl liegt in den Händen der neuen Fraktion“, sagt der Noch-Fraktions-Chef Andreas Behncke: „Ich bin sehr optimistisch für das neue Team und auch die Koalitionsgespräche.“

Die CDU will die Verluste bei der Wahl (28,0 Prozent, zwölf Sitze) umgehend analysieren. „Wir werden uns in nächster Zeit selbstkritisch die Fragen stellen, warum wir mit unserem Programm nicht überzeugen konnten und ob wir alle Wählergruppen erreicht haben“, sagt Fraktionsvorsitzender Kai Weber: „Lagen die herben Verluste nur an Erik Lierenfeld und dessen hohen Sympathiewerten, die auf die teils sehr viel weniger bekannten Kandidaten seiner SPD in den Wahlkreisen abgefärbt haben?“ Im Rahmen der Wahlanalyse werde sich auch die Frage stellen, „ob und wenn ja, an welcher Stelle es personelle Veränderungen in Fraktion und Partei der CDU Dormagen geben wird“. Die nächste Mitgliederversammlung sei ohnehin für den 5. Oktober geplant.

Die Dormagener Grünen (14,3 Prozent, sechs Sitze) wählen am Samstag auf ihrer Ortsmitgliederversammlung einen neuen Vorstand, am Montag dann den neuen Fraktionsvorstand. „Jenseits der SPD macht eine Koalition für uns wenig Sinn, da dann zu viele beteiligt wären“, meint Tim Wallraff, Fraktionschef der Grünen. Er freue sich auf die Gespräche.