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Dormagen: Komische Opernarie von der "Schlachtplatte" in der Kulturhalle

Dormagen : Komische Opernarie von der "Schlachtplatte" in der Kulturhalle

Die Schlachtplatte zum neuen Jahr hat in Dormagen Tradition. Nicht etwa das Gericht - "Schlachtplatte - die Jahresendabrechnung" ist ein hochkarätiger kabarettistischer Rückblick auf das vergangene Jahr. Die Tournee rund um Robert Griess hat auch dieses Jahr Station in der Kulturhalle gemacht und sorgte für einen rundum humoristischen, satirischen Abend.

Das Quartett - diesmal neben Griess, mit Chin Meyer, Fred Ape und Guntmar Feuerstein - bot nicht nur in zündenden Ensemble-Stücken viele treffsichere Pointen rund um die Ereignisse des letzten Jahres, sondern begeisterte auch mit so mancherlei musikalischen Einschüben. Denn Fred Ape ist nicht nur Kabarettist, sondern auch Liedermacher durch und durch und Feuerstein ist ohnehin ein Vollblutmusiker, der nicht nur am Banjo als Duopartner Apes beste Figur machte, sondern auch immer wieder am Flügel Platz nahm. So beispielsweise bei einem der humoristischen Höhepunkte, der Chin Meyer zu verdanken war. Eine herrlich komische Opernarie, von ihm höchst persönlich gesungen und aus spontanen Einwürfen aus dem Publikum eigens aus dem Stehgreif speziell für Dormagen kreiert. Ob das neue Kino, Kneipensterben, der erste stationäre Blitzer, das geschlossene Bad und Hochwasser - er verwurstete alles zu einer so wunderbar schrägen Opernparodie, dass das Publikum vor Lachen sich kaum noch halten konnte. Aber auch Robert Griess entzückte wieder mit scharf beobachteter Satire, traf den Nerv des Publikums; genauso treffend wie die Lieder von Fred Ape. Jene haben es in sich, wirken sie auf das erste Hören auch weniger bissig, als sie dann wirklich sind.

Das alles überspannende Motto, auch schon rein äußerlich, war - angesichts Trump liegt es nahe - Amerika. Das Quartett zog schon zu Beginn in Western-Manier in die "Kulle" ein - ganz passend mit Cowboy-Hüten und Pistolen versehen. Doch war die Schlachtplatte alles andere als eindimensional. Ob nun die AfD, die Grünen - hier mit besonderer Berücksichtigung des Dieselskandals -, ob immer wieder auch Merkel, die weltpolitische Lage, aber auch Seitenhiebe auf die heutigen Lebensgewohnheiten - eine Themenvielfalt, die keine Wünsche offen ließ. Bei dieser Qualität wundert es nicht, dass das Publikum hellauf begeistert war. Und übrigens - es ist Ehrensache, dass die Veranstaltung wieder ausverkauft war.

(NGZ)