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Kokainschmuggel: Urteil für zwei Dormagener im August

Dormagener in Australien in Haft : Kokainschmuggel: Urteil im August

Zwei Dormagener sitzen seit Ostern vergangenen Jahres in Sydney im Gefängnis.

Es wird Ernst für die Dormagenerin, die ebenso wie ihr Lebensgefährte im Gefängnis in Australien sitzt. Beide warten auf ihr Urteil, weil sie im vergangenen Jahr bei der Einreise im Flughafen von Sydney mit vier Kilogramm Kokain erwischt worden sind. Im nächsten Monat wird das Urteil fallen. Das Paar hat sich schuldig bekannt. Ihm droht jetzt die Höchststrafe von 25 Jahren Gefängnis.

In einer australischen Nachrichtenagentur wurden sie als „deutsche Jetsetterin und tunesischer ,Toyboy’“ bezeichnet, was nach Meinung derjenigen, die das Paar aus Dormagen kennen, so nicht der Wahrheit entspricht. Als die 50-Jährige und ihr 38 Jahre alter Freund sich jetzt im Gerichtssaal nach Monaten wiedersahen, fielen sie sich in die Arme und küssten sich. Die Situation vor Gericht war ausgesprochen emotional, und das hatte mit den Umständen zu tun. Denn die beiden Dormagener hatten damit gerechnet, dass es jetzt schnell gehe mit einem Urteil. Die Dormagenerin weinte, als ihr Anwalt Pawel Kulisiewicz dem Gericht mitteilte, dass seine Mandantin bereit sei, „nach 14monatiger Haft zum Strafverfahren überzugehen“. Kulisiewicz beantragte die Vertagung der Verurteilung mit der Begründung, dass die Akte des Lebenspartners der Dormagenerin gerade erst übergeben wurde.

Am Ostersamstag vergangenen Jahres war das Paar nach 20stündigem Flug von Düsseldorf aus bei der Einreise für eine Kontrolle ausgewählt worden und den Beamten durch nervöses Verhalten aufgefallen. In den Ausbuchtungen des Koffers wurden vier Kilogramm Kokain mit einem Marktwert von 1,2 Millionen australischen Dollar (etwa 780.000 Euro) erwischt. Seitdem sitzen die beiden in australischen Gefängnissen. Drogenschmuggel wird in Australien nochmals strenger bestraft als in Deutschland. Der bei ihrer Festnahme 49-Jährigen und ihrem 37 Jahre alten Partner, die an der Kölner Straße wohnten, wurden damals die Anträge auf Freilassung verweigert. Die Dormagenerin, die auch in einem Lebensmittelgeschäft in Rheinfeld und zuletzt in einem Geschäft in der Rathaus-Galerie arbeitete, kam nach der Festnahme zunächst in ein Hochsicherheitsgefängnis für Frauen.

Der Anwalt der Dormagenerin hofft auf ein geringeres Strafmaß als die Höchststrafe von 25 Jahren. Die geschmuggelte Ware sei 820 reines Kokain gewesen, was unter der „Handelsschwelle“ von zwei Kilogramm liege. Er sagte, dass die aktuelle Situation für seine Mandantin bedauerlich sein, denn „Menschen in Untersuchungshaft haben sehr wenig Gelegenheit, Rehabilitationsprogramme zu durchlaufen, bis sie verurteilt sind“.