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Dormagen: Königlicher Besuch in Dormagen

Dormagen : Königlicher Besuch in Dormagen

Heute wird Dreikönigen gefeiert. Die "drei Weisen aus dem Morgenland" kommen mit Weihrauch, Gold und Myrrhe an die Krippe. Vor allem im Erzbistum Köln ist der Tag der "Erscheinung des Herrn" ein hoher Feiertag.

Dormagen/Zons "Wir haben im Paradies angefangen — inzwischen sind die Herren ein Stück weiter gekommen." Pastor Peter Stelten zeigt gestenreich, welchen Weg die Heiligen Drei Könige in der St. Michael-Kirche in den vergangenen Wochen zurückgelegt haben, ehe sie gestern rechts von Altar und Ambo auftauchten — noch ein gehöriges Stück von der Krippe entfernt, die sie heute erreichen werden.

Diese Heiligen Drei Könige gehören zur Krippe aus Polen, die im Kreismuseum noch bis 16. Januar zu sehen ist. Foto: H. Jazyk

Nicht mit leeren Händen: Neben dem Kameltreiber haben sie Weihrauch, Myrrhe und Gold dabei, drei Kostbarkeiten. Die Krippe selbst ist in diesem Jahr stilecht orientalisch — "ein Zelt mit Abspannung", erklärt Stelten, und mit "goldenem" Boden. Auf den weist der Pfarrer von St. Michael mit dem für ihn typischen Temperament hin, sobald es um theologische Fragen geht. "Ich möchte, dass die Besucher ganz nah rangehen an die Krippe und den Blick für Details schärfen. Sie stehen vor dem Zelt Gottes unter den Menschen, einem Ort der Offenbarung — durch Christus ist jedem der Zugang zum Allerheiligsten möglich", erläutert Stelten.

Die Figuren aus einer katholischen Kirche in Südindien verbinden den westeuropäischen Stil mit leuchtenden Hindu-Farben. Foto: NGZ

Die Welt zu Gast bei Christus

Nicht nur die Krippe, auch die Könige, die am 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, gefeiert werden, sind viel mehr als ein lieb gewonnener Bestandteil weihnachtlich-romantischen Idylls. "Das Neue Testament spricht von Weisen, die Könige sind", sagt der Pastor. Das meint zweierlei: Zum einen sind Kaspar, Melchior und Balthasar Symbol für die Welt, die dem Kind in der Krippe huldigt: Drei Könige für die damals bekannten drei Kontinente. Zum anderen sind sie eine Allegorie: "Werden nicht alle, die sich Christus nähern, königlich?", fragt Stelten. Last but not least werden die drei zu Botschaftern, die durch ihren Abschied von der Krippe den Segen in die Welt hinaustragen, die sie symbolisieren.

Weihrauch, Myrrhe, Gold: drei königliche Gaben zur Zeit der Geburt Jesu. Gold ist auch heute noch wertvoll, Myrrhe hat heilende Wirkung, wie auch der Weihrauch, der zudem Verehrung anzeigt: "Weihrauch steigt auf wie das Gebet, heißt es nicht umsonst im Alten Testament", erklärt Stelten. Der heutige Dreikönigstag ist natürlich gerade im Erzbistum Köln ein besonderes Fest: "Es ist für uns ein großer Feiertag, schließlich beherbergt der Kölner Dom den Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige." Der gotische Dom, so die mittelalterliche Idee, sollte zur Hülle für den Schrein werden.

Mit dem heutigen Dreikönigstag rückt die Weihnachtszeit ihrem Ende entgegen. "Nach neuer Liturgie ist die Weihnachtszeit am 9. Januar zu Ende", erklärt Pastor Peter Stelten. Früher dauerte sie bis zum 2. Februar, bis Lichtmeß. Krippe und Könige aber werden noch etwas länger in der Kirche stehen bleiben.

(NGZ)