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Dormagen: Knechtsteden: Ideen aus Afrika

Dormagen : Knechtsteden: Ideen aus Afrika

Das Spiritaner-Kloster Knechtsteden soll zu "einem der wichtigsten religiösen Zentren nördlich von Köln werden". Der neue Obere Pater Chidi Emerzi stammt aus Nigeria und strebt eine geistige Neuorientierung an.

Knechtsteden vor Beginn der neuen Zeitrechnung der Spiritaner. Doch wichtiger als die verwaltungstechnische Um- und Neuorganisation in Europa (die NGZ berichtete) ist die geistige Neuorientierung. Und die sieht für Knechtsteden eine zentrale Rolle vor. Der Provinzial der deutschen Provinz, Pater Bruno Trächtler (71): "Knechtsteden kann zu einem der bedeutendsten religiösen Zentren nördlich von Köln werden".

Einige Jahre vorausgedacht: Im Umkreis des Klosters gibt es immer weniger Priester, die ihre Gemeinden versorgen können. Trächtler: "Aber es gibt die Spiritaner." Mit ihren Priestern zum Beispiel aus Afrika können sie die Seelsorge in den angestammten Pfarrgemeinden sicher stellen. Nicht nur das. Der neue Provinzialobere Pater Chidi Emezi (39), der Ende des Monats das Amt übernehmen wird, will eine neue Begeisterung für den Glauben schaffen. "Wir in Afrika leben und erleben den Glauben wesentlich fröhlicher und mit mehr Freude als in Europa." Ein wenig dieses Funkens afrikanischer Mentalität soll überspringen. Als Schulpfarrer im Spiritaner-Kloster Broichweiden nahe Aachen hat er diese Begeisterung bereits erlebt und intensiv gespürt.

Aber auch die europäische Mission will der junge Nigerianer, weiter verfolgen. Trächtler dazu: "Wir sind uns einig, den begonnen Weg weiter zu gehen." Dazu gehören zum Beispiel das Notel, Unterkunft für Menschen mit massiven Drogenproblemen. "In Köln arbeitet eines mit Erfolg, in Berlin und Hamburg können ähnliche Einrichtungen entstehen", sagt Trächtler.

Mit dem Wechsel der Verwaltung auf die Europäische Ebene nach Brüssel sieht Trächtler enorme Chancen für die eigentliche Arbeit der Patres: "Wir können uns auf die Seelsorge und die Mission konzentrieren." Und Chidi Emezi, der sich lieber mit dem Vornamen Chidi ansprechen lässt, verströmt Zuversicht: "In Knechtsteden werden junge Priester zum Beispiel aus Afrika das Kloster zu neuem Leben erwecken." Heute sind die 22 Patres und Brüder im Kloster überaltert. Trächtler: "Jetzt können wir auf die Zukunft zurückgreifen, die wir einst in der Mission in Afrika und anderswo geschaffen haben."

Gleichzeitig sieht Trächtler das Kloster weiter auf dem Weg des Kultur- und Kommunikationszentrums. Pater Hermann-Josef Reetz (67), Verwalter in Knechtsteden, hat einige zum Teil visionäre Ideen dazu entwickelt (die NGZ berichtete). So soll das Kloster seine Produkte vermarkten und zu einem Kommunikationszentrum werden. Trächtler: "Wir sind auf dem richtigen Weg, uns zu öffnen." Wichtig dabei, so ergänzt Chidi, sei es, dem christlichen Glauben neues Leben einzuhauchen.

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(NGZ)