Knechtsteden: „Gospel trifft Klassik“ zum Chöre-Geburtstag in Dormagen

Basilika Knechtsteden in Dormagen : „Gospel trifft Klassik“ zum Chöre-Geburtstag

Seit drei Jahrzehnten gibt es den Kammerchor, die Gospelsänger von „Good News“ blicken auf ein Vierteljahrhundert zurück.

Das war Gesang mit einem ganz besonderen Geburtstags-Charme. Weit mehr als eine Zugabe war am selben Tag der runde Geburtstag von Bert Schmitz, dem Dirigenten beider Chöre. Die Chöre waren selbst begeistert und begeisternd bei der Sache, und die musikalisch-geistlichen Funken sprangen unmittelbar auf die vollbesetzte Basilika über: Seit drei Jahrzehnten gibt es nun den Kammerchor, und die Gospelsänger von „Good News“ blicken auch schon auf ein Vierteljahrhundert zurück.

„Gospel trifft Klassik“ war der Abend überschrieben, wenn auch die Reihenfolge der Auftritte andersherum war und zum klanglich krönenden Abschluss alle zusammen Aufstellung genommen hatten. Antje Gerwig begrüßte die Zuhörer mit der absolut treffenden Bemerkung „unser gemeinsamer grandioser Chorleiter Bert Schmitz“, mit der sie dem Geburtstagskind die Ehre gab. Brigitte Keuenhof übernahm den zweiten Teil der Moderation, in dem sie manches Wissenswerte zu den Komponisten des Abends kundgab.

Sängerin Anna André ist seit der Gründung des Kammerchors mit dabei. „Heute arbeiten wir auf einem höheren Niveau“, vergleicht sie, „und wir können mit unseren Stimmen besser umgehen.“ Olivier Messiaen hätten sie früher jedenfalls nicht so wie heute interpretieren können. Ähnlich enthusiastisch äußerte sich Brigitte Keuenhof: „Wir haben uns um einige Klassen verbessert.“ Für diese sauberen, homogenen Stimmen und deren sichere Intonation ist Bert Schmitz verantwortlich. Das war sein Tag, und bei diesem Singen konnte er die Früchte seiner Arbeit ernten.

Bei manchen Stücken des Kammerchors hätte man sich eine größere Besetzung gewünscht. Solch ein auszuschöpfendes Potenzial boten die Werke von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Rheinberger. Aber es ist immer ein Erlebnis, wenn jede einzelne Stimme in ihrer Präzision zu hören ist. Spätestens als die Solostimme von Ulrike Schmitz („We lift our hands“) ertönte, war der mitreißende Gospelchor bei sich angelangt.

Töne von reinem Wohlklang zelebrierte der Kammerchor mit Knut Nystedt, eingängige Strophen ertönten mit Bernhard Joseph Klein („Der Herr ist mein Hirt“), und direkt aus Himmelssphären abgerufene Romantik bot Mendelssohn. Mitreißenden Lobpreis, innige Anbetung in Noten gefasst und rhythmische Bewegung hatte der Gospelchor im Programm. Mit „O happy day“ fand der Überschwang kein Ende, die emotional bewegten Besucher eingeschlossen.

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