Knechtsteden: Goldenes Priesterjubiläum für Patres Reetz und Breidenbach

Kloster Knechtsteden in Dormagen : Patres Reetz und Breidenbach feiern Goldenes Priesterjubiläum

Feierliches Festhochamt im Kloster Knechtsteden.

Am 29. März 1969 wurden die Patres Hermann-Josef Reetz und Konrad Breidenbach vom damals neuen Kölner Kardinal Joseph Höffner zu Priestern geweiht. Bei solcher Übereinstimmung liegt nahe, dass die gestrige Sonntagsmesse ganz im Zeichen des doppelten Goldenen Priesterjubiläums stand. Superior Bruno Trächtler absolvierte die Anerkennung und Würdigung der beiden Spiritaner-Ordensleute . „Beiden gilt unser großer Dank.“ So fasste er die unüberschaubaren Verdienste der Jubilare zusammen, „die aufzuzählen, ein abendfüllendes Programm wäre“.

Dafür sprechen einige herausragende Stationen im Leben von Hermann-Josef Reetz, der sich immer wieder neuen Herausforderungen gestellt hat. Der gebürtige Stommelner war lange Jahre Rektor der Klosterbasilika Knechtsteden und hat das Kloster seit 1987 zu neuer Blüte geführt und das Spiritaner-Gelände für weitere Nutzer und vielfältige Veranstaltungen geöffnet. Die länderübergreifende „Euroga 2002“ zählt zu den Sternstunden seines Wirkens.

Und der Wipperfürther Konrad Breidenbach, auch er Spiritaner, steht ihm in nichts nach. Er ist ehemaliger Provinzial und hat im Libermann-Haus einst die Jugend- und Erwachsenenbildung betreut. Heute sagt er ganz bescheiden: „Ich bin dankbar für alle, die mich begleitet haben.“ Die sehr emotionale Messe wurde durch den  wunderbaren Sopran Sabine Laubach und den Kammerchor an der Basilika Knechtsteden musikalisch eingerahmt. Wann hätte Mozarts „Exsultate, Jubilate“ je eine größere Berechtigung gehabt?

Der afrikanische Con-Frater Gasto wünschte den Jubilaren im Namen der Spiritaner-Familie sowie der Brüder und Schwestern im Glauben noch weitere gute Jahre. „Lieber Hermann, lieber Konrad“, lässt sich der Prediger zitieren, „ihr hattet ein Ziel vor Augen, als ihr Priester wurdet, denn ihr wolltet die Botschaft des Glaubens bringen. Ihr wart berufen, und Gott hat euch stets begleitet.“ Das machte Eindruck in der Gemeinde. Vor allem, als noch ein „Gott ist gut, allezeit. Amen“ angefügt wurde.

Die Jubilare waren gerührt und ließen nicht mit ihren eigenen Positionen auf sich warten. Dass Knechtsteden sich zu einem bloß noch „religiös-kirchlichen Wohlfühlort“ rückentwickle, mit aufwendigen Hochzeiten, Theater- und Konzertevents, davon will Pater Reetz nichts wissen. Dazu fühlt er sich der katholischen Liturgie zu sehr verpflichtet. Pater Breidenbach benennt unverblümt den Veränderungsbedarf: „Klerikalismus und Zwangszölibat sind nicht mehr angebracht.“

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