Festival Alte Musik Knechtsteden Schottische Barockmusik bezaubert Publikum

Knechtsteden · Das Londoner Ensemble Hesperi war zu Gast beim Festival Alte Musik Knechtsteden. Die Klänge entführten die Zuhörer in die malerische Landschaft Schottlands.

 Das Ensemble Hesperi glänzte beim Festival Alte Musik. 
  Foto: Mvs

Das Ensemble Hesperi glänzte beim Festival Alte Musik. Foto: Mvs

Foto: Melanie van Schyndel

Schottische Barockmusik und Highland-Tanz - das versprach die „Landpartie“ beim Festival Alte Musik Knechtsteden am Sonntagnachmittag in der Theaterscheune des Kulturhofes. Das „Ensemble Hesperi“ aus London, das vor zwei Jahren schon einmal zu Gast beim Festival war, entführte die rund 120 Zuschauer in die weiten Landschaften Schottlands. Schon bei den ersten Klängen von James Oswald’s „Spring/Autumn“ (The Pheasant’s Eye) fühlte man sich regelrecht verzaubert von der Musik, die so gar nicht fremd oder altertümlich klang, obwohl sie schon im 18. Jahrhundert komponiert wurde. Thomas Allery spielte Cembalo, Florence Petit Barockcello und Magdalena Loth-Hill die Barockgeige. Als unglaublich virtuose, gefühlvolle Flötistin erwies sich Mary-Jannet Leith. Kathleen Gilbert, eine führende Vertreterin des Highland-Tanzes, überzeugte mit tänzerischen Einlagen bei einigen Stücken.

Neben John Oswald, der mutmaßlich der bekannteste schottische Musiker des 18. Jahrhunderts ist, kamen die Zuschauer auch in den Genuss von Kompositionen aus den Händen von John Reid, Thomas Erskine, Henry Playford, Francesco Barsanti, Giuseppe Sammartini, Robert Bremner, William McGibbon oder Franceso Geminiani. Mal waren es heitere, beschwingte Melodien, wie bei einem Picknick in den Highlands, bei Sonnenschein und lauem Wind. Mal war es stürmisch, wolkig, ein wenig düster und regnerisch. Mal fühlte man sich wie auf einem schottischen Schloss, auf dem sich der Adel zum Stelldichein getroffen hat, zu Musik und Tanz. Und das Publikum war mittendrin. Mary-Jannet Leith schien mit ihren Flöten auch die Vögel zu imitieren, in perfektem Einklang mit Geige, Cello und Cembalo. Dass die Musiker große Freude am gemeinsamen Musizieren und an der Art der Musik hatten, war zu hören und zu sehen. Die Tanzeinlagen waren boten eine heitere Untermalung der gelösten Stimmung in der Theaterscheune.

Die Freude über den Auftritt beim Festival Alte Musik brachte Thomas Allery  schon zu Beginn zum Ausdruck - bemerkenswerterweise auf Deutsch. Eine Zugabe wurde vom Publikum verlangt, nach der man in gelöste und zufriedene Gesichter blicken konnte. Lediglich ein bisschen traurig darüber, dass die Reise nach Schottland schon beendet war.

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