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Kloster Knechtsteden: Besinnliches und Witziges hinter Klostermauern

Kloster Knechtsteden : Besinnliches und Witziges hinter Klostermauern mit Pater Reetz

In Klöstern ist das geschichtliche Erbe seit jeher in besten Händen. Pater Reetz hat diese Erkenntnis, wenn auch mit gleichem Recht, ein wenig abgewandelt. Ihm ging es an diesem Bibliotheksabend um Geschichten.

Bei einer geistlichen Institution dieses Ranges und der Größe ließ sich für den nicht nur auf heiter gestimmten Abend so manches erwarten. Zu einem freihändigen Klosterkabarett ließ sich die Einladung freilich nicht an, denn dafür kamen biblische Lesungen, Gebet und Gesang eben auch genügend zu ihrem Recht. Den Abend unter „Meditationen“ einzuordnen, einschließlich der stilvollen Einkehr in der Kommunität  – das traf dieses Vorhaben auf den Punkt.

„Was man erlebt hat“, berichtete Pater Reetz in seinem rheinisch-verschmitzten Duktus, „musste man ja mal aufschreiben.“ Das täte nur keiner, so lautete sein Monitum. Ihn habe Knechtsteden, vor allem dessen Klostermuseum, von Anfang an fasziniert. Spannend blieb es für sein auf die Kindertage folgendes Leben und ist es bis heute noch. Aus dem unerschöpflichen Fundus vieler Ereignisse von nunmehr an die sieben Jahrzehnte zurück erweckte er Vorkommnisse, lebenspralle Sprüche und vor allem Charaktere wieder zum Leben.

So erzählte Bruder Eoban von Afrika und schlug darauf die Trommel mit der Botschaft: „Der Pater kommt.“ Pater Otto vertraute Klosterschüler Hermann Josef an: „Wenn man älter wird, wird man nicht frommer, aber bequemer. Das legen einem die anderen als Heiligkeit aus.“ Als Helmut Gerrads Superior wurde, öffnete er eine Schublade und fand eine Pistole. Das sorgte für Aufregung, bevor ein kriegserfahrener Con-Pater die Angelegenheit durch Entsorgung bereinigte. „Rosenmontag 1954“, erzählt Pater Reetz, „hatten wir das Ewige Gebet aufgetragen bekommen – wahrscheinlich, damit die anderen in Köln Fastelovend feiern konnten.“ Überraschend war von der Knechtstedener Kapelle in Remagen die Rede, wo die Prämonstratenser früher ihren Weinberg hatten. Ein Kirchengeschichte unterrichtender Pater erklärte einst, warum es so viele Reliquien gebe: „Die Kreuzfahrer setzten den Moslems ihre Spieße auf die Brust. In ihrer Todesangst beschafften die Orientalen anschließend Heiligen-Reliquien in allen Altersklassen.“

(klni)