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Dormagen: Klinik betreut auch Kinder

Dormagen : Klinik betreut auch Kinder

Damit die Mitarbeiter Familie und Beruf besser vereinen können, stellt das Kreiskrankenhaus Dormagen ein "Kinderzimmer" mit Betreuungsangebot zur Verfügung, das auch spontane Übernahme der Kinder möglich macht.

Das Beispiel überzeugt: "Wenn eine Krankenschwester im OP-Saal länger benötigt wird, muss sie nicht daran denken, dass ihr Kind in der Kindertagesstätte auf sie wartet." Krankenhausdirektor Ralf H. Nennhaus weist darauf hin, dass bei Notfällen wie Streik im Kindergarten, Krankheit eines Lehrers oder außer der Reihe anfallenden Überstunden demnächst das Betreuungsangebot für die Beschäftigten des Kreiskrankenhauses Dormagen greift: "Dann holen Mitarbeiter das Kind ab und begleiten es in unser ,Kinderzimmer'."

Gestern stellte Nennhaus diese flexible und passgenaue Einrichtung mit neun U 3-Plätzen und weiterem Platz für die "Spontan-Tagespflege" vor. Zurzeit gibt es dort ein Ferienprogramm, am 25. August wird das von 7 bis 18 Uhr (im Notfall darüber hinaus) geöffnete "Kinderzimmer" in Betrieb genommen. Dann steht auch der Beitragssatz fest, den Eltern für sechs Monate bis zwölf Jahre alte Kinder entrichten müssen, auch wenn das Kreiskrankenhaus und Tagespflegemittel zur Finanzierung beitragen. "Diese Investition wird sich auszahlen", sagt Nennhaus überzeugt: "Dadurch erreichen wir eine noch höhere Mitarbeiterzufriedenheit und können qualifiziertem Personal eine Möglichkeit bieten, Familie und Beruf zu vereinen."

Bei knapp 80 Prozent Frauen in der 1400-köpfigen Krankenhausbelegschaft in Dormagen und Grevenbroich möchte der Direktor für beide Häuser ein Zeichen setzen: "Mit Teilzeitmodellen allein kommen wir nicht weiter, wir müssen in Familienfreundlichkeit investieren." Daher ist für Anfang 2013 auch ein "Kinderzimmer" an der Klinik in Grevenbroich geplant.

"Flexibel und auf den Einzelfall zugeschnitten" lobt Angelika König, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach. Doris Schillings, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit, findet das Angebot "einfach klasse". So könne Fachkräftemangel aufgefangen werden.

Das Kinderzimmer ist ein Baustein des Projektes "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" der Rhein-Kreis Neuss Kliniken. Dazu gehört auch die Einrichtung einer Servicestelle in Dormagen und in Grevenbroich, bei der Mitarbeiter sich kompetent beraten lassen können, auch zur Pflege von Angehörigen.

Um gerade alleinerziehenden oder familiär stark eingebundenen Frauen die Möglichkeit zu geben, eine Gesundheits- und Krankenpflegerin zu werden, bietet das Ausbildungszentrum für Pflegeberufe im Rhein-Kreis Neuss ab 1. Oktober eine Ausbildung in Teilzeit an – bei ungefähr 29 Wochenstunden. "Dafür dauert die Ausbildung dann ein Jahr länger", erläutert Leiterin Simone di Piazza.

(NGZ)