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Dormagen: Klimaanlage für Kleintiere

Dormagen : Klimaanlage für Kleintiere

Das Tierheim hat einen Auslaufraum für die Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel gebaut. Die Mechanik aber ist defekt und müsste ausgetauscht werden, damit sich der Raum nicht extrem aufheizt. Das Tierheim sucht Spender.

Cilly hat Glück gehabt. Die Kaninchendame hatte ein Anwohner Anfang Juli zum Tierheim gebracht, der das dreijährige Tier auf einem Feld gefunden hatte — ausgesetzt oder entlaufen. Damit hat das Langhaarkaninchen erstmal ein neues Zuhause im Tierheim Dormagen an der Bergiusstraße gefunden.

Dort hat Cilly einen eigenen Käfig, etwa 1,5 Quadratmeter groß. Sie könnte allerdings viel mehr Platz haben. Denn das Tierheim hat 2004 einen Auslaufraum für seine Kleintiere angebaut. Einen Raum mit viel Glas, damit die Tiere von der Umwelt draußen so viel wie möglich mitbekommen und auch Besucher, vor allem Kinder, die nicht direkt ins Tierheim gehen, einen Blick auf Cilly und ihre Artgenossen werfen können. "Die Tiere müssten dann nicht immer so eingesperrt sein", sagt Heinz-Karl Rehbein, Vorsitzender des Tierschutzvereins als Träger des Tierheims.

Doch das Tierheim kann diesen "Wintergarten" für die Kleintiere nicht benutzen. Die automatischen Rollos, die bei Sonne die Tiere schützen sollen, funktionieren nicht, ebenso der Temperaturregler. Das Dach, das ebenfalls automatisch nach dem Einfall der Sonnenstrahlen den Sonnenschutz regeln sollte, ist auch defekt. "Die Firma hat immer und immer wieder repariert, aber funktioniert hat es nie richtig", sagt Rehbein.

Inzwischen sei das beauftragte Unternehmen pleite und die Kleintiere — Hunde und Katzen haben jeweils einen separaten Auslauf — müssen tagaus tagein in ihren Boxen bleiben. "Wir haben es mal ohne die Anlage mit dem Wintergarten versucht", berichtet Rehbein, "aber wir mussten die Tiere da ganz schnell wieder rausnehmen." Durch die großen Fenster stiegen die Temperaturen in dem etwa 20 Quadratmeter großen Anbau massiv an. Schnell sei es mehr als 40 Grad heiß geworden. "Das hat sich so aufgeheizt wie ein Auto, das man im Sommer in der Sonne stehen lässt", sagt Rehbein.

So steht der Wintergarten seit Jahren leer und die Kaninchen, Meerschweinchen, Hausratten und Vögel, für die er gedacht war, haben nichts von dem Anbau, für den der Verein ordentlich Geld in die Hand genommen hatte.

Laut Rehbein waren das etwa 20 000 Euro. Die Mechanik und Elektronik zu reparieren würde den Verein mehr als 7000 Euro kosten, schätzt er. Daher hat er sich jetzt einen Kostenvoranschlag für den Anbau einer Klimaanlage machen lassen, Kosten: 2500 Euro. Dazu käme noch einmal etwa die gleiche Summe für nötige Reparaturen, etwa am Dach. Also bräuchte der Verein insgesamt rund 5000 Euro. Die fehlen allerdings.

Rehbein und seine Mitstreiter hoffen nun auf Spender, um die Klimaanlage für die Kleintiere zu finanzieren.

(NGZ)