Dormagen: Kleintierzucht-Verein wirbt auch in Schulen

Dormagen : Kleintierzucht-Verein wirbt auch in Schulen

Schwindende Mitgliederzahlen in den Vereinen führen auf die falsche Fährte. Denn: Viele sind einfach nicht in einem Verband organisiert.

Der Rassegeflügelzuchtverein Nievenheim zeigte am Wochenende bei der Kleintierschau die Arbeit der Züchter und vermittelte den Besuchern Informationen über die Kleintier-, Kaninchen- und Geflügelhaltung. Insgesamt 148 Tiere gab es zu bewundern. In seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Vereins wies Bernd Klophausen auch auf die wertvolle Arbeit für die Erhaltung von Arten hin, die in der freien Natur vom Aussterben bedroht seien.

Die stattlichen Zahlen von rund 140 Hühnern und Hähnen sowie Tauben aus elf Rassen bestätigen seine Aussage. In einigen Schauvolieren konnten die Besucher sogar Hühnerrassen bestaunen, die in Deutschland nicht bekannt sind. Die ausgestellten Tiere wurden von zwei erfahrenen Preisrichtern bewertet.

Nur einmal vergaben sie die Höchstnote "vorzüglich": Der Preis des Schirmherren - in diesem Jahr übernahm Professor Gerd Rehkämper dieses Amt - ging an Laura-Marie Oldak, mit acht Jahren die mit Abstand jüngste Züchterin des Vereins. Die Freude an ihren Tauben, den Wiener Tümmlern, hat sie von ihrem Großvater übernommen. Liebevoll und mit Hingabe kümmert sie sich um die Tiere.

"Allgemein ist das Interesse der Jugend an der Kleintierzucht nicht so groß, wie wir uns das wünschen würden. Aber wir versuchen, Jugendliche für den Verein zu gewinnen", sagte Klophausen. In der Praxis präsentiert sich der Verein jedes Jahr bei Nievering Open, informiert an Schulen über seine Arbeit und ist mit einem Stand beim Haustiertag vertreten. 2016 soll das Informationsblatt "Nieveringer Gockel" erweitert und an Schulen verteilt werden, um Kinder und Jugendliche über die Zucht und Arbeit des Vereins zu informieren.

Doch angesichts der in fast allen Vereinen schrumpfenden Mitgliederzahlen muss auch der Rassegeflügelzuchtverein sich die Frage stellen: "Ist Kleintierzucht noch zeitgemäß?" "Auf jeden Fall!", lautet die spontane Antwort des Vorsitzenden. "Dass die Mitgliederzahlen schrumpfen, begründet sich in erster Linie mit dem Wandel der Gesellschaft.

Ein Dorfleben wie früher gibt es nicht mehr und wenn, stören sich die Nachbarn am Krähen des Hahnes. Sie sollten sich stattdessen lieber daran erinnern, wie es früher war und sich an dieser Ursprünglichkeit erfreuen."

Im Gegensatz zur kommerziellen Haltung haben die Hobbyzüchter die Tiere noch auf dem Hof und eine solche Artenvielfalt ist tatsächlich nur noch bei den Ausstellungen zu sehen. "Das Wichtigste für uns ist eine vernünftige und artgerechte Haltung. Natürlich züchten wir nach gewissen Standards. Es ist schön, frische Eier zu haben, zu wissen, wo das Brathähnchen herkommt. Das ist etwas Besonderes", so Klophausen.

In seinen Augen ist die Zucht zeitgemäß und wird sogar immer zeitgemäßer: "Wenn wir sehen, wie viele Halter zu uns kommen, um ihre Tiere impfen zu lassen, wird deutlich, dass in den Gärten Dormagens noch eine ganze Menge Hühner gehalten werden." Die zehn aktiven Züchter des Vereins stehen Interessierten stets gerne Rede und Antwort.

"Dabei ist es kein Muss, in den Verein einzutreten. Aber wir freuen uns natürlich über jeden, der dabei sein will."

(NGZ)