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Dormagen: Klagen über mehr Verkehr

Dormagen : Klagen über mehr Verkehr

Dormagen Sie stinken, sie rumpeln, sie machen Lärm, und sie halten den Verkehr auf. Das sehen zumindest viele Dormagener so, die sich durch Lastwagen auf den beiden Bundesstraßen 9 und 477 zunehmend belästigt fühlen.

Denn aus der Sicht vieler Anwohner und Pendler sind auf den beiden Hauptachsen deutlich mehr Lastwagen unterwegs, seit die Autobahn-Maut eingeführt worden ist. Erste Zählungen zeigen jetzt: Das stimmt. Allerdings habe die Zahl der Brummis nicht so stark zugenommen, dass der Bund dort ebenfalls eine Mautpflicht einführen will.

Im Raum St. Peter haben Bürger bereits eine Unterschriftenaktion gestartet, um gegen den Lastwagenverkehr auf der B 9 zu protestieren. Die Situation auf der B 477 sei hingegen vor allem bei Bürgersprechstunden ein Thema gewesen, erklärt Gottfried Koch, Leiter des Fachbereichs Tiefbau im Dormagener Rathaus.

"Regelmäßige Zählungen an den eingerichteten automatischen Dauerzählstellen haben diesen subjektiven Eindruck der Anwohner bestätigt", so Koch. Die Anlagen hätten registriert, dass etwa 50 bis 150 Lastwagen über zwölf Tonnen pro Werktag mehr über die Fahrbahnen rollen als Anfang 2005.

"Inwieweit es sich dabei aber wirklich um Mautausweichverkehr handelt, kann nicht beurteilt werden", erklärt Koch. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass der Lastwagenverkehr einfach insgesamt zugenommen habe.

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Große Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation will Koch den Dormagenern nicht machen. Die Stadt habe zwar bereits vor einiger Zeit dem NRW-Landesverkehrsministerium vorgeschlagen, die beiden Straßen in die Mauterhebung einzubeziehen. Weil bislang jedoch bundesweit erst drei Bundesstraßenabschnitte den Sprung in die Gebührenpflicht geschafft hätten, sehe er nur wenig Chancen.

Auch eine Sperrung der Straße für Lastwagen über zwölf Tonnen komme nicht in Frage - und zwar gleich aus zwei Gründen. Seit dem 1. Januar 2006 gebe es zwar laut Straßenverkehrsordnung die rechtliche Möglichkeit, entsprechende Schilder aufzustellen und damit eine Durchfahrt von Lastzügen unmöglich zu machen.

Dies sei nach dem aktuellen Erlass jedoch nur möglich, wenn erheblich mehr Lastwagen über die Straße rollten - mit erheblichen Auswirkungen auf Sicherheit, Lärm und Abgabe. Um dieses "erheblich" zu definieren, wurde die Zunahme des Verkehrs in vier Belastungsstufen eingeteilt. Die höchste Kategorie liegt bei über 500 Lastwagen mehr am Tag, B 9 und B 477 fallen mit 50 bis 150 Fahrzeugen in die unterste Stufe.

"Und damit nicht in einen Bereich, in dem wir handeln könnten", sagt Koch. Davon abgesehen sei gerade eine Sperrung der B 9 auch aus einem anderen Grund problematisch: Im Bereich zwischen Köln und Neuss sitzen in Gewerbegebieten zahlreiche Unternehmen, die darauf angewiesen sind, dass Lastwagen über die Bundesstraße ihr Gelände verlassen und anfahren können.

"Wir bleiben an dem Thema dran, auch wenn ich kurzfristig keine Lösung sehe", betont Koch. Gezählt werde auch in Zukunft, um weiterhin Argumente zu sammeln. Eine spürbare Entlastung verspricht er sich von dem geplanten Autobahnanschluss in Delrath.

(NGZ)