1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Klärschlamm: Pressen spart Geld

Dormagen : Klärschlamm: Pressen spart Geld

Nicht mehr mit einer "Salatschleuder", sondern mit einer Siebbandpresse wird dem Klärschlamm in der Kläranlage in Rheinfeld das Wasser entzogen. Das Quetschen des Schlamms ist eine Maßnahme, um die Kosten zu reduzieren.

Weniger ist mehr: Auch nach dem Filtern und Trocknen bleibt eine große Menge Klärschlamm in der städtischen Kläranlage in Rheinfeld übrig. Der Rest des Schlicks aus den Abwässern wird zur Hälfte als Dünger für die Felder oder den Landschaftsbau verwandt — die andere Hälfte muss an den Rhein-Kreis Neuss verkauft, der die Entsorgung in einer Müllverbrennungsanlage übernimmt. Und das kostet die Stadt rund 200 Euro pro Tonne.

Der Klärschlamm vor und nach der Aufbereitung: Klärmeister Ralf Münchow zeigt, wie viel Feuchtigkeit dem Schlick aus den Abwässern künftig entzogen wird. Foto: Stadt Dormagen

Nun investiert die Stadt Dormagen 2,4 Millionen Euro in neue, wartungsärmere Technik, um die mehr als 100 Tonnen Klärschlamm, die laut Stadtpressesprecher Harald Schlimgen jeden Tag in der Kläranlage in Rheinfeld anfallen, weiter zu reduzieren. "Eingespartes Gewicht ist bares Geld wert", macht Stadtentwässerungsleiter Thomas Wedowski von den Technischen Betrieben Dormagen deutlich. "Diese Aufwendungen werden sich durch wesentlich geringere Entsorgungs- und auch Transportkosten innerhalb weniger Jahre amortisieren", so Wedowski.

Dafür setzt die Stadt Dormagen beim Ersatz der 18 Jahre alten Anlage auf dem Gelände am Oberen Monheimer Weg auf neue Technik: "Bisher landet der nasse Schlick aus den Abwässern zu großen Teilen in einer überdimensionalen ,Salatschleuder', wie Stadtpressesprecher Harald Schlimgen erläutert: Mit einer Hochgeschwindigkeitszentrifuge werden dem Schlamm dann 30 Prozent der Feuchtigkeit entzogen.

Künftig wird eine neue, jetzt angelieferte Siebbandpresse das Wasser aus dem Schlamm quetschen, statt es wie bisher auszuschleudern. "Die neue Technik ist weniger wartungsintensiv und spart damit Kosten", erläutert Klärmeister Ralf Münchow. Die Halle, in der sich die Siebbandpresse künftig befindet, ist bereits fertiggestellt. Noch in diesem Jahr soll die Anlage auf dem Gelände des Klärwerks in Rheinfeld in Betrieb gehen.

Eine zweite Stufe folgt dann im Jahr 2013: In einer noch zu errichtenden Nachbarhalle werden die Technischen Betriebe Dormagen dann in der Kläranlage Rheinfeld eine solare Trocknungsanlage aufbauen und in Betrieb nehmen. Wie in einem Treibhaus wird der anfallende Klärschlamm dort ausgebreitet und überwiegend mit Hilfe von Sonnenenergie gedörrt. Insgesamt können ihm damit statt wie bisher 30 Prozent dann 70 Prozent des Wassers entzogen werden.

"Die Investitionen in eine intensive Trocknung lohnen sich", so Stadtentwässerungsleiter Wedowski, der auch darauf setzt, dass diese bessere Technik zu geringeren Gebühren für die Bürger führen wird.

(NGZ)